Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/7

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/7

Ich wurde einmal zu einer Rede vor den Studenten der Palmer School in Davenport,
Iowa, eingeladen. Mein Manager traf die üblichen Vereinbarungen,
welche damals vorsahen, dass ich pro Vortrag hundert Dollar plus Spesen

erhalten sollte.

Als ich in Davenport eintraf, erwartete mich am Bahnhof ein Begrüßungskomitee
und am Abend wurde mir ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Ich
lernte viele interessante Menschen kennen und lernte auch meinerseits noch
eine Menge hinzu. Als man mich bat, meine Rechnung vorzulegen, damit mir
die Schule den Scheck ausstellen könnte, sagte ich deshalb, dass ich durch
diesen Empfang und durch das, was ich hier gelernt hatte, bereits mehr als
ausreichend bezahlt worden sei. Ich lehnte jede weitere Entlohnung ab und
kehrte wieder nach Chicago zurück.
Am nächsten Morgen trat Dr. Palmer vor zweitausenden Studenten und

teilte ihnen das mit, was ich ihm am Vortag gesagt hatte. Er fügte hinzu:

„In den zwanzig Jahren, seit ich dieser Schule vorstehe, habe ich Dutzende
von Rednern hier gehabt, aber dies ist das erste Mal, dass jemand auf sein
Honorar verzichtet, weil er der Meinung ist, dass er bereits auf andere Weise
bezahlt worden sei. Dieser Mann ist der Herausgeber einer landesweit erscheinenden
Zeitschrift und ich empfehle jedem von Ihnen, diese Zeitschrift
zu abonnieren, weil ein solcher Mann viel zu sagen hat, das jedem von Ihnen

im späteren Berufsleben von unschätzbarem Wert sein wird“.

Um die Mitte der Woche hatte ich bereits $ 6.000 für Abonnements erhalten
und in den darauffolgenden zwei Jahren kamen über diese zweitausend
Studenten und ihre Freunde insgesamt über $ 50.000 an Abonnementgebühren
herein.
Sagen Sie mir, wie ich $ 100 besser hätte investieren können, als auf mein
Honorar zu verzichten und auf diese Weise das Gesetz der zunehmenden
Rendite in Gang zu setzen?!
Wir machen im Leben zwei wichtige Zeitabschnitte durch:
Einer ist die Zeit, in der wir Wissen ansammeln, sichten und ordnen, der andere
ist die Zeitspanne, in der wir um Anerkennung kämpfen.
Erst müssen wir etwas lernen, was mehr Einsatz verlangt, als die meisten
aufbringen wollen. Nachdem wir viel gelernt haben, das für andere von Nutzen
ist, stehen wir vor dem Problem, dass wir andere davon überzeugen müssen,
dass wir ihnen etwas zu bieten haben.
Einer der Hauptgründe, warum wir nicht nur bereit, sondern willens sein
sollten, unverlangte Extraleistungen zu erbringen, ist der Umstand, dass wir
dabei jedes Mal eine weitere Chance erhalten, um jemanden zu beweisen,
was in uns steckt. Wir gehen ein Schrittchen weiter, um die notwendige Anerkennung
zu erhalten, die jeder von uns braucht.
Statt der Welt zu sagen: „Zeigt mir euer Geld und ich zeige euch, was ich
kann“, drehen wir den Spieß um und sagen: „Lasst mich zeigen, was ich kann,
und wenn euch das gefällt, dann werfe ich vielleicht auch einen Blick auf euer
Geld“.

Im Jahre 1917 arbeitete eine gewisse Dame, die an die fünfzig Jahre alt
gewesen sein mag, als Stenographin für fünfzehn Dollar die Woche. Wollte
man aufgrund dieses Lohns eine Aussage über ihre beruflichen Fähigkeiten
treffen, so würde diese nicht sehr schmeichelhaft ausfallen.
Letztes Jahr verdiente dieselbe Dame als Rednerin über $ 100.000!
Wo kommt dieser gewaltige Unterschied her? Hier ist die Antwort:
Dieser Unterschied rührt aus der Gewohnheit, mehr und bessere Leistungen
zu erbringen als nur die, die von ihr erwartet wurden. Auf diese Weise nutzte
sie das Gesetz der zunehmenden Rendite!
Diese Dame ist im ganzen Land wohlbekannt und ist jetzt eine prominente
Vortragsreisende im Bereich der angewandten Psychologie.
Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen aufzeige, wie Sie das Gesetz der zunehmenden
Rendite anwandte: Zuerst reist sie in eine Stadt und gibt eine Reihe
von fünfzehn kostenlosen Vorträgen. Jeder ist als Zuhörer willkommen und
braucht nicht einen Cent zu bezahlen.
Bei diesen fünfzehn Gratisvorträgen hat sie die Möglichkeit, ihr Können unter
Beweis zu stellen. Nach Abschluss dieser Reihe kündigt sie die Gründung einer
Klasse an, wofür sie fünfundzwanzig Dollar pro Teilnehmer verlangt.
Das ist alles!
In einem Bereich, in dem sie ein kleines Vermögen für die Arbeit eines Jahres
verlangt, gibt es wesentlich sachkundigere Leute, die kaum von ihrer Tätigkeit
leben können, schlichtweg deshalb, weil sie sich mit den Grundlagen, auf denen
die vorliegende Lektion aufbaut, nicht vertraut gemacht haben.
Überlegen Sie bitte folgendes:
Wenn eine fünfzigjährige Frau ohne außergewöhnliche Qualifikationen das
Gesetz der zunehmenden Rendite dazu nutzen kann, um sich von einer Stenographin
mit einem Wochenlohn von fünfzehn Dollar zu einer Vortragsreisenden
mit einem Jahresgehalt von hunderttausend Dollar emporzuschwingen,

warum können Sie dann dasselbe Gesetz nicht dafür verwenden, um einen
Vorsprung zu erhalten, den Sie momentan noch nicht besitzen?

Hasten Sie nicht nicht gleich weiter zum Rest dieser Lektion – beantworten
Sie sich diese Frage!

Sie arbeiten daran – vielleicht zaghaft, vielleicht zielstrebig – um Ihren Platz auf
der Welt zu finden. Vielleicht könnten Sie mit Ihrem Einsatz außergewöhnliche
Erfolge erreichen – wenn Ihr Einsatz mit dem Gesetz der zunehmenden
Rendite gekoppelt wäre!

Sie schulden es sich deshalb, herauszufinden, wie Sie dieses Gesetz optimal
anwenden können.

Blättern Sie jetzt nochmals zur Frage auf der vorher gehenden Seite zurück,
denn ich bin entschlossen, Sie nicht leichtfertig darüber hinweggehen zu lassen.
Versuchen Sie zumindest eine Antwort!

Denn bei dieser Frage geht es um etwas, das sich nachhaltig auf Ihre Zukunft
auswirkt. Wenn Sie ihr aus dem Wege gehen, können Sie dieses Versäumnis
nur sich selbst anlasten.

Natürlich steht es Ihnen frei, diese Lektion nach der Lektüre beiseite zu legen
und keinen weiteren Nutzen daraus zu ziehen. Aber dann werden Sie sich nie
mehr im Spiegel anblicken können, ohne dass ein Gefühl an Ihnen nagt – das
Gefühl, dass

Sie sich selbst beschummelt haben.
Sie haben sich selbst beschwindelt!

Dies mag nicht die diplomatischste aller Aussagen sein. Aber Sie haben diesen
Kursus in der Absicht begonnen, Fakten zu erhalten. Diese erhalten Sie
hiermit ohne Umschweife oder Beschönigungen.
Nachdem Sie diese Lektion studiert haben, empfehle ich Ihnen, nochmals
die Lektionen über Eigeninitiative und Führungsqualitäten sowie über Begeisterung
zu lesen. Sie werden diese vorher gehenden Lektionen nunmehr
besser verstehen.

In diesen früheren Lektionen sowie in der vorliegenden Kurseinheit wird die
Notwendigkeit aufgezeigt, Eigeninitiative zu ergreifen und danach massive
Aktionen zu ergreifen sowie unverlangte Extraleistungen zu erbringen.
Wenn Sie Ihrem Unterbewusstsein diese Grundsätze unauslöschlich einprägen,
werden Sie ein anderer Mensch sein. Ich mache diese Aussage unabhängig
davon, wer Sie jetzt sind oder in welchem Bereich Sie momentan tätig
sind.

Sollten Sie diese unverblümten Aussagen verärgert haben, so freue ich mich
für Sie. Denn dann konnte ich damit etwas bewegen.

Wenn Sie nun freundlicherweise dem Rat eines Mannes, der auf eine lange
Serie von Fehlern zurückblicken kann und der dabei einige Grundwahrheiten
des Lebens kennen gelernt hat, Folge leisten und ihren eventuellen Unmut
hinunter schlucken wollen, und sich fortan darum bemühen, unverlangte Extraleistungen
zu erbringen, werden Sie dafür fürstlich belohnt werden!

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Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/6

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/6

Gestatten Sie mir jedoch die Warnung, dieses Experiment nicht mit derselben
Geisteshaltung anzugehen, wie eine gewisse Dame mit folgendem Bibelzitat
experimentierte:

„Denn wenn ihr nur Glauben hättet wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem
Berg sagen: Heb dich dorthin und er wird sich heben. Und euch wird nichts
unmöglich sein“.

Besagte Dame lebte in der Nähe eines hohen Berges, den Sie von ihrer Haustüre
aus sehen konnte. Bevor sie sich eines Nachts zum Schlafen legte, befahl
sie dem Berg, sich zu heben und woanders hinzugehen.

Am nächsten Morgen sprang sie aus dem Bett, eilte zur Türe, sah hinaus und
– der Berg war immer noch da! Dann sagte sie:

„Genauso wie ich es erwartet hatte.
Ich wusste, dass er sich nicht bewegen würde!“

Ich bitte Sie vielmehr, dieses Experiment mit dem unerschütterlichen Glauben
anzugehen, dass es eines der wichtigsten Wendepunkte Ihres Lebens
darstellen wird. Ich werde Sie bitten, den Berg, der dort steht, wo der Tempel
Ihres Erfolg stehen sollte, zu beseitigen. Der Tempel Ihres Erfolgs kann nur
errichtet werden, wenn dieser Berg zuerst beseitigt wird.

Vielleicht haben Sie den Berg, den ich hier meine, noch nie bemerkt, aber er
steht dort und wird dort stehen bleiben – es sei denn, sie sorgen dafür, dass
er verschwindet!

„Und was soll dieser Berg sein?“ fragen Sie jetzt.

Dieser Berg ist das Gefühl, dass Sie hintergangen worden seien, wenn Sie
keine finanzielle Entlohnung für Ihre erbrachten Leistungen erhalten haben!

Dieses Gefühl kann sich unbewusst Ausdruck verschaffen und Ihrem Erfolgstempel
auf unzählige Arten das Fundament wegziehen, zum Beispiel:

„Für so etwas bezahlt man mich nicht. Ich bin doch nicht verrückt“.

Sie wissen, was ich meine und haben diese Anwandlungen bereits unzählige
Male erlebt. Aber kennen Sie auch einen erfolgreichen Menschen, der sich
davon leiten ließ?

Erfolg muss angezogen werden. Sie ziehen ihn an, indem Sie unwandelbare
Gesetze verstehen und umsetzen. Erfolg lässt sich nicht in die Enge treiben,
so wie sie einen wilden Stier in die Enge treiben, damit er nicht mehr aus kann.
Aus diesem Grunde bitte ich Sie, das folgende Experiment durchzuführen,
damit Sie mit einem der wichtigsten dieser Gesetze – das Gesetz der zunehmenden
Rendite – vertraut werden.

Nehmen Sie sich fest vor, in den nächsten sechs Monaten mindestens
einer Person jeden Tag eine unverlangte Extraleistung zu erbringen.
Für diese Sonderleistung werden Sie nicht bezahlt und erwarten auch
keine Bezahlung!

Führen Sie dieses Experiment im Glauben durch, dass es Ihnen eines
der wichtigsten Gesetze für dauerhaften Erfolg erschließen wird und
dass Sie nicht enttäuscht werden.

Welcher Art diese Leistung oder dieser Dienst ist, spielt keine Rolle.
Dies kann sich im persönlichen Bereich oder an Ihrem Arbeitsplatz abspielen.

Sie können sogar völlig unbekannten Leuten, die Sie wahrscheinlich
nie mehr sehen, eine Extraleistung erbringen. Wem Sie diese Leistung
oder diesen Dienst erbringen, ist unerheblich, wichtig ist lediglich, dass
Sie mit der Einstellung herangehen, einer oder mehreren anderen Personen
einen Nutzen zu bieten.

Wenn Sie bei der Durchführung dieses Experiments mit der richtigen
geistigen Einstellung vorgehen, werden Sie etwas feststellen, das alle,
die sich mit diesem Gesetz vertraut gemacht haben, ebenfalls bereits
festgestellt haben:

Sie können keinen Dienst erbringen, ohne entlohnt zu werden und
Sie können die Erbringung eines Dienstes nicht zurückhalten, ohne
auf die Belohnung zu verzichten!

„Ursache und Wirkung, Mittel und Zweck, Saat und Frucht können nicht
voneinander getrennt werden“, schreibt Emerson, „denn die Wirkung
keimt bereits in der Ursache und der Zweck existiert bereits im Mittel, so
wie die Frucht in der Saat vorhanden ist“.

„Wenn du einem undankbaren Meister dienst, diene ihm noch mehr. Alles
wird zurückbezahlt. Je länger die Bezahlung ausbleibt, umso besser für dich.
Denn dieser Zahlmeister zahlt mit Zins und Zinseszins.“

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„Das Gesetz der Natur lautet: Beginne und du wirst die Kraft dafür haben.
Wer aber nicht beginnt, wird auch keine Kraft haben“.
Das Experiment:

„Der Mensch leidet sein ganzes Leben lang unter der irrtümlichen Annahme,
dass man ihn übervorteilen könne. Aber der Mensch kann von niemanden
anderem außer sich selbst betrogen werden. Bei allen Transaktionen gibt es
einen dritten stillen Teilhaber. Das Wesen der Dinge sorgt dafür, dass jeder
Vertrag erfüllt wird, damit eine ehrliche Leistung nicht verloren gehen kann“.

Vor einigen Jahren wurde ich gebeten, vor Abschlussabsolventen an einer
Hochschule im Osten der USA eine Ansprache zu halten. Bei dieser Ansprache
ging ich lang und breit auf die Wichtigkeit ein, mehr und bessere
Leistungen zu erbringen als nur die, die erwartet wurden.

Danach wurde ich vom Präsidenten und vom Sekretär der Schule zum Mittagessen
eingeladen. Beim Essen wandte sich der Sekretär an den Präsidenten
und sagte:

„Ich habe jetzt endlich verstanden, was dieser Mann tut. Er kommt weiter,
indem er anderen hilft, weiterzukommen!“

Mit dieser kurzen Aussage hatte er den wichtigsten Teil meiner Erfolgsphilosophie
zusammengefasst.

In der Tat haben Sie dann den besten Erfolg, wenn Sie anderen helfen, ihrerseits
erfolgreich zu werden.

Vor etwa zehn Jahren, als ich in der Werbebranche tätig war, baute ich meine
gesamte Kundschaft auf den Grundsätzen auf, welche in dieser Lektion
beschrieben werden. Ich hatte mich bei mehreren Versandhäusern auf die
Verteilerliste setzen lassen und erhielt deshalb ihre Verkaufsprospekte. Sobald
ich einen Prospekt erhielt, den ich für verbesserungsfähig hielt, machte
ich mich sogleich an die Arbeit und sandte die verbesserte Version wieder an
die Firma zurück. In einem Begleitschreiben wies ich darauf hin, dass dies nur
ein kleiner Teil meiner Tätigkeit sei und dass ich gegen ein monatliches Honorar
gerne regelmäßig meine Ideen und Dienste zur Verfügung stellen würde.

Dies brachte mir ständig neue Aufträge.

Einmal verhielt sich eine Firma unlauter und verwendete meine Idee, ohne
mir dafür etwas zu bezahlen. Doch dies erwies sich für mich als Vorteil: Ein
Angehöriger dieses Unternehmens, der darüber Bescheid wusste, machte
sich selbstständig und engagierte mich zum doppelten des Honorars, das ich
von seiner vormaligen Firma erhalten hätte.
Das Gesetz des Ausgleichs gab mir also mit Zins zurück, was ich für meine
Arbeit für die unlautere Firma verloren hatte.

Falls ich heute auf der Suche nach einer einträglichen Beschäftigung wäre,
könnte ich sie ebenfalls wieder auf diese Weise finden, das heißt, indem ich
Verkaufsunterlagen besser formulierte und auf diese Weise meine Dienste
anböte. Vielleicht würde der ein oder andere dies ausnutzen, aber im allgemeinen
ist dies nicht der Fall. Für die andere Seite ist es schlichtweg lohnender,
mit offenen Karten zu spielen und auf diese Weise auch weiterhin auf
meine Dienste zurückgreifen zu können.

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/5

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/5

Marshall Field war vermutlich der führende Kaufmann seiner Zeit und das
große Kaufhaus in Chicago, das seinen Namen trägt, ist ein Monument für
die Richtigkeit des Gesetzes der zunehmenden Rendite.
Eine Kundin erstand bei Field eine teuere Weste, trug sie aber nicht. Zwei
Jahre später schenkte sie sie ihrer Nichte zur Hochzeit. Die Nichte gab die
Weste stillschweigend wieder bei Field zurück und tauschte sie gegen eine
andere Ware um, obwohl die Weste mittlerweile zwei Jahre alt war und nicht
mehr der aktuellen Mode entsprach.
Field nahm die Weste nicht nur zurück, sondern – was noch wichtiger ist –
stellte keine weiteren Fragen!
Natürlich war das Kaufhaus weder gesetzlich noch moralisch zur Rücknahme
einer veralteten Weste verpflichtet; dies macht die Transaktion jedoch
nur noch bedeutender.
Die Weste kostete ursprünglich fünfzig Dollar. Natürlich musste sie auf den
Ausverkauftisch gelegt werden und das Kaufhaus musste sich mit dem Preis
zufrieden geben, den eine andere Kundin dafür eventuell zu zahlen bereit war.
Der intelligente Student der menschlichen Natur wird jedoch verstehen, dass
das Kaufhaus nicht nur nichts verlor, sondern sogar noch einen Gewinn bei
dieser Transaktion machte. In Dollar und Cent lässt sich dieser Gewinn nicht
ausdrücken.
Die Frau, die die Weste zurückgab, wusste, dass sie keinen Anspruch auf einen
Rabatt hatte. Als das Kaufhaus ihr etwas gab, worauf sie keinen Anspruch
hatte, gewann es damit eine Stammkundin. Doch damit nicht genug. Denn die
Frau erzählte diese Begebenheit herum und schwärmte von der „fairen Behandlung“,
die man ihr angedeihen hat lassen. Eine Reihe von Frauen redete
tagelang darüber – und das Kaufhaus erhielt zehnmal mehr Werbung als die
Weste wert war.
Der Erfolg des Kaufhauses beruhte größtenteils darauf, dass Marshall Field
das Gesetz der zunehmenden Rendite verstand. Nicht zuletzt deshalb stammt
von ihm der Spruch: „Der Kunde hat immer recht!“
Wenn Sie nur das tun, wofür Sie bezahlt werden, gibt es nichts Außergewöhnliches,
was sich über Ihre Arbeit sagen ließe. Wenn Sie aber von sich
aus mehr tun, als von Ihnen erwartet wird, zieht Ihr Verhalten die Aufmerksamkeit
aller übrigen Personen, die an einer Transaktion beteiligt sind, positiv
auf sich. Auf diese Weise schaffen Sie sich einen Ruf, der letztendlich das
Gesetz der zunehmenden Rendite auslösen wird, denn dieser Ruf wird eine
große Nachfrage nach Ihren Leistungen oder Angeboten schaffen.

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Carol Downes war beim Automobilhersteller W. C. Durant in einer untergeordneten
Position beschäftigt. Heute ist er Mr. Durants rechte Hand und
Präsident eines seiner Autohandelsunternehmen. Er sorgte für diesen Aufstieg,
indem er sich des Gesetzes der zunehmenden Rendite bediente und
mehr und bessere Leistungen erbrachte als nur die, die von ihm erwartet
wurden.

„Als ich bei Mr. Durant anfing“, berichtete er mir „fiel mir auf, dass er immer
sehr lange im Büro blieb, nachdem die anderen bereits alle nach Hause
gegangen waren. Eines Tages blieb ich ebenfalls noch nach der üblichen
Arbeitszeit im Büro. Niemand hatte mich darum gebeten, aber ich dachte
mir, jemand sollte Mr. Durant zur Hand gehen, falls er Hilfe brauchen sollte.
Vielleicht könnte ich ihm eine Akte bringen oder mich anderweitig nützlich
zeigen. Mit der Zeit hatte sich Mr. Durant daran gewöhnt, dass ich zur Stelle
war und rief mich zu sich, wenn er etwas brauchte. Das ist so ziemlich alles,
was ich dazu sagen kann“.

„Er hatte sich daran gewöhnt, dass ich zur Stelle war!“

Lesen Sie diesen Satz nochmals und denken Sie über seine Aussage nach!
Wieso hatte sich Mr. Durant daran gewöhnt, Mr. Downes zu rufen?
Weil sich Mr. Downes vorgenommen hatte, zur Stelle zu sein. Er war für Mr.
Durant sichtbar. Er begab sich absichtlich in eine Position, in der er eine Leistung
erbringen oder einen Dienst erweisen konnte, so dass das Gesetz der
zunehmenden Rendite wieder auf ihn zurückfallen musste.
Wurde ihm das aufgetragen? Nein!
Wurde er dafür bezahlt? Ja!
Er wurde dafür bezahlt, indem er die Gelegenheit erhielt, die Aufmerksamkeit
eines Mannes auf sich zu ziehen, in dessen Macht es stand, ihn zu befördern.

Wir gelangen jetzt zum wichtigsten Teil dieser Lektion, weil Sie das Gesetz
der zunehmenden Rendite ebenso nutzen können, wie Mr. Downes dies tat
und weil Sie dieses Gesetz exakt auf dieselbe Weise anwenden können, wie er
es tat, nämlich, indem Sie zur Stelle sind und Ihre Dienste freiwillig anbieten,
wo andere dies nicht tun, weil sie dafür nicht bezahlt werden!

Stopp!
Verfallen Sie jetzt nicht in die ausgeleierte Ausrede, die den meisten jetzt in
den Sinn kommt: „Aber mein Chef ist anders, bei dem funktioniert das nicht“. Denken
Sie nicht einmal daran!
Natürlich ist er anders. Jeder ist anders – aber in vielem sind wir Menschen
auch gleich. Ein Punkt, bei dem alle Menschen gleich sind, ist, dass wir alle ein
bisschen eigennützig sind, zumindest eigennützig genug, um einen Mann wie
Carol Downes nicht zur Konkurrenz ziehen zu lassen. Und diese Eigenützigkeit
kommt Ihnen zugute, falls …
Sie sich so nützlich machen können, dass der Mensch, dem Sie Ihre Leistungen
anbieten wollen, ohne Sie nicht mehr auskommen kann!
Eine der lukrativsten Beförderungen, die mir je zuteil wurden, verdanke ich
einem Vorfall, der so unbedeutend schien, dass er kaum erwähnenswert ist.
Eines Samstag-Nachmittags kam ein Anwalt, dessen Kanzlei sich auf demselben
Stockwerk befand, wie das Büro meines Arbeitgebers, und wollte wissen,
wo er einen Stenographen finden könne, weil er an diesem Nachmittag
noch einige Schriftstücke diktieren müsse.

Ich sagte ihm, dass unsere Stenographen bereits zum Baseballspielen gegangen
seien und dass ich ebenfalls bereits weg gewesen wäre, wenn er fünf
Minuten später erschienen wäre, aber ich würde mich freuen, ihm behilflich
sein zu dürfen, da ich mir ein Baseballspiel ja auch jeden anderen Tag ansehen
könne und seine Arbeit doch dringend wäre.

Ich erledigte die Arbeit für ihn und als er fragte, wieviel er mir schulde, sagte
ich „Oh, etwa tausend Dollar, weil‘s für Sie ist. Bei jemand anders würde ich
gar nichts verlangen“. Er lächelte und bedankte sich.
Natürlich hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass er mir für diese
Nachmittagsarbeit tausend Dollar bezahlt hätte – aber genau das tat er!
Sechs Monate später – ich hatte diesen Vorfall bereits vergessen – kam er
nochmals vorbei und fragte, wie hoch mein Gehalt sei. Ich antworte ihm wahrheitsgemäß
und er teilte mir mit, dass er mir die tausend Dollar bezahlen
würde, die ich spaßeshalber erwähnt hatte, als ich ihm vor einem halben Jahr
aushalf. Diese tausend Dollar bezahlte er mir, indem er mir eine Arbeitsstelle
bot, bei der ich tausend Dollar im Jahr mehr verdiente als bisher!
Unbewusst hatte ich an diesem besagten Nachmittag das Gesetz der zunehmenden
Rendite in Gang gebracht, indem ich auf ein Baseballspiel verzichtete
und einen Dienst erbrachte, der dem Wunsch entstand, einen Gefallen zu
tun und dem keine finanzielle Erwägungen zugrunde lagen.
Ich war keineswegs verpflichtet, meinen Samstag-Nachmittag zu „opfern“ –
es war mir ein Vergnügen!
Und es erwies sich als ein sehr lukratives Vergnügen, weil es mir eine verantwortungsvollere
und um tausend Dollar besser bezahlte Position verschaffte.
Auch Carol Downes war nicht verpflichtet, bei der Stelle zu sein und sich
nach dem üblichen Büroschluss noch in der Nähe seines Chefs aufzuhalten.
Er nahm sich das Recht und diese Recht brachte ihm innerhalb eines Jahres
größere Aufgaben und besseren Lohn als er in einem ganzen Berufsleben
hätte erreichen können, wenn er sich dieses Recht nicht genommen hätte.
Ich habe über fünfundzwanzig Jahre lang über dieses Vorrecht nachgedacht,
mehr und bessere Leistungen zu erbringen als nur die, die von mir erwartet
wurden, und meine Gedanken haben mich zu den Schluss geführt, dass eine
einzige Stunde unverlangter Extraleistungen mehr Rendite bringen kann
als die in der übrigen Zeit des Tages erbrachten Leistungen.
Das Gesetz der zunehmenden Rendite ist keineswegs meine Erfindung. Ich
nehme auch nicht für mich in Anspruch, dass ich das Prinzip unverlangter Extraleistungen
entdeckt hätte. Ich habe diese Erfolgsvoraussetzungen lediglich
nach jahrelanger sorgfältiger Beobachtung übernommen, genauso wie Sie
sie in Ihre Lebenspraxis übernehmen können, sobald Sie ihre Bedeutung und
ihren herausragenden Stellenwert verstanden haben.
Sie könnten die Eingliederung dieser Prinzipien in Ihren Alltag zum Beispiel bereits

jetzt beginnen, indem Sie ein Experiment versuchen, das Ihnen den Blick

für Fähigkeit schärft, von deren Existenz Sie vielleicht gar nichts wussten.

S. 343

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/3

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/3

Da die Einladung von ihm kam, überließ ich das Reden zunächst ihm.

Er fing etwa wie folgt an:

„Würde es Ihnen etwas ausmachen, mir Ihre gesamte Lebensgeschichte

zu erzählen? Von der frühen Kindheit bis zur Gegenwart!“

Ich erwiderte, dass ich das gerne täte, wenn er sich der Mühe aussetzen
wollte, mir solange zuzuhören. Bevor ich anfing, wies er mich darauf hin, dass
ich unangenehme Erlebnisse nicht aussparen sollte.

„Werfen Sie alles in einen Topf“, sagte er „ich will einen Blick in Ihr Seelenleben

werfen, aber nicht nur von der Sonnenseite, sondern von allen Seiten“.

Und so redete ich drei Stunden lang – und Mellet hörte zu!Ich ließ nichts aus. Ich erzählte ihm von meinen Kämpfen, von meinen Fehlern,
von meinen Versuchungen, es nicht so genau zu nehmen, wenn die Zeiten besonders
hart waren und warum ich dann doch wieder rechtzeitig zur Besinnung
kam, aber erst, nachdem mein Gewissen und ich einen längeren Kampf
ausgefochten hatten. Ich erzählte ihm, wie ich zur Idee der Erfolgsgesetze
kam, wie ich die Daten zusammengetragen hatte, welche Tests ich durchgeführt
hatte, welche Daten ich wieder verworfen hatte und welche Erkenntnisse

ich aus allem gewonnen hatte.

Nach meinen langen Ausführungen sagte Mellet: „Ich möchte Ihnen eine sehr
persönliche Frage stellen und ich hoffe, dass Sie mir offen antworten: Haben

Sie bei all dieser Arbeit Geld verdient? Falls nicht, warum nicht?“

„Nein“, sagte ich „das Einzige, was ich angesammelt habe, ist Erfahrung und

Wissen und ein paar Schulden. Der Grund ist schnell erklärt: Ich war diese
ganzen Jahre über so beschäftigt damit, meine eigene Unkenntnis zu beseitigen,
damit ich das Material, das in die Erfolgsgesetze eingeflossen ist, intelligent
sammeln und ordnen konnte, dass ich weder die Gelegenheit noch die
Neigung hatte, meine Bemühungen in Geld zu verwandeln“.

Zu meiner Überraschung ging sein ernster Gesichtsausdruck in ein Lächeln

über, als er mir die Hand auf die Schulter legt und sagte:

„Ich kannte die Antwort bereits, bevor Sie sieaussprachen, aber Sie werden
sich fragen, wieso. Sie wissen wahrscheinlich, dass Sie nicht der einzige
Mann sind, der auf sofortige Bezahlung verzichten musste, um sich Wissen
anzueignen, denn jeder Philosoph – von Sokrates bis zur Gegenwart – hat dieselbe

Erfahrung gemacht“.

Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren!
Ich hatte einige der peinlichsten Bekenntnisse meines Lebens hinter mir, ich
hatte meine Seele ausgebreitet, Niederlagen geschildert und zugegeben,
dass ein Exponent der Erfolgsgesetze selbst eine nicht unbeträchtliche Reihe

von Misserfolgen hinter sich hatte.

Das schien nicht zusammen zu passen. Ich fühlte mich dumm, beschämt und

verlegen, als ich vor den durchdringlichen Augen dieses Mannes saß.

Die Absurdität dieses Schauspiels fiel mir wie Schuppen vor den Augen:

Die Erfolgsgesetze – verfasst und verbreitet von einem Mann, der offenbar ein
Versager war!
Dieser Gedanke durchzuckte mich wie ein Blitz und drängte mich dazu, ihn

auszusprechen.

„Was reden Sie da?“ – rief Mellett aus „ein Versager?“
„Sicherlich kennen Sie den Unterschied zwischen Versagen und zeitweiligen
Rückschlägen“, fuhr er fort. „Ein Mann, der eine Idee hat, und erst recht nicht
ein Mann, der eine ganze Philosophie erschafft, welche die Mühen ganzer
Generationen, die noch nicht einmal geboren sind, lindert, kann kein Versager
sein!“
Ich fing an mich zu fragen, was der Zweck dieses Gespräches sei. Meine erste
Vermutung war, dass Mellett einige Fakten wollte, um die Erfolgsgesetze
dann in seiner Zeitung zu Kleinholz zu machen. Vielleicht beruhte dieser Gedanke
auf früheren Erfahrungen, die ich mit Zeitungsleuten gesammelt hatte.
Einige hatten sich sehr feindlich gezeigt. Jedenfalls lagen ihm die Fakten nun
ungeschönt vor.
Bevor ich Melletts Büro wieder verließ, waren wir Geschäftspartner geworden,
wobei die Abmachung beinhaltete, dass er baldmöglichst als Herausgeber
der Canton Daily News zurücktreten und meine gesamten Auftritte
managen würde.
Ich fing dann zunächst an, für die Sonntagsbeilage der Canton Daily News eine
Reihe von Beiträgen auf der Grundlage der Erfolgsgesetze zu verfassen.
Einer dieser Beiträge (mit dem Titel „Versagen“ – dieser erscheint im Anhang
zu Lektion 11) wurde von Richter Elbert H. Gary gelesen, der damals Aufsichtsratsvorsitzender
der United States Steel Corporation war. Dies führte
zu einer Kontaktaufnahme zwischen Mellet und Richter Gary, was wiederum
zur Folge hatte, dass der Richter den Kursus für die Beschäftigten der Steel
Corporation erstand. Die Einzelheiten finden Sie in der Einführungslektion.
Das Blatt begann, sich zu wenden.
Die Saat, die ich über lange arbeitsintensive Jahre hinweg gesät hatte, indem
ich mehr tat, als das, wofür ich bezahlt wurde, ging langsam auf.
Trotz des bedauerlichen Umstandes, dass mein Geschäftspartner ermordet
wurde, bevor unsere Pläne richtig anliefen und dass Richter Gary verstarb,
bevor die Erfolgsgesetze in eine Form gebracht werden konnten, die seinen
Anforderungen entsprochen hätten, wurde durch diesen Vortrag vor einem
Häufchen Männer in Canton, Ohio, eine Ereigniskette ausgelöst, die nun ohne
mein weiteres Zutun ständig neue positive Ergebnisse bringt.
Es ist kein Vertrauensbruch, wenn ich hier eine Reihe von Ereignissen aufführe,
die zeigen, dass keine gern getane Arbeit umsonst ist und dass jeder, der
mehr und bessere Leistungen erbringt als die, für die er bezahlt wird, früher
oder später mit einem Vielfachen belohnt wird.
Derzeit haben die folgenden wohlbekannten Unternehmen und Persönlichkeiten
ihr Interesse geäußert, den Kursus über die Erfolgsgesetze nach der
Drucklegung für ihre Beschäftigen zu erwerben:

Mr. Daniel Willard, Präsident der Baltimore & Ohio Railroad Company
Indian Refining Company
Standard Oil Company
New York Life Insurance Company
The Postal Telegraph Commercial-Cable Company
The Pierce-Arrow Motor Car Company
The Cadillac Motor Car Company
sowie weitere fünfzehn Unternehmen vergleichbarer Größe.
Darüber hinaus hat ein neugegründeter Jungmännerverein, ähnlich dem
Y.M.C.A., einen Vertrag über die Verwendung der Erfolgsgesetze als Unterrichtungslektüre
geschlossen. Man schätzt, dass in den nächsten zwei Jahren
in dieser Philosophie über 100.000 Kurse abgehalten werden.
Neben diesen Vertriebskanälen hat sich die Ralston University Press aus
Meriden, Connecticut, vertraglich verpflichtet, den Kursus in allen amerikanischen
Bundesstaaten zu veröffentlichen und zu vertreiben. Wie viele Kurse
dies im einzelnen sein werden, lässt sich derzeit noch nicht absehen, dieser
Universitätsverlag verfügt jedoch über eine Verteilerliste von circa 800.000
Personen, weshalb durchaus davon auszugehen ist, dass dieser Kursus in
zehntausenden von Exemplaren in die Hände lernwilliger Personen gelangen
wird.
Der Hinweis erübrigt sich vielleicht, aber ich möchte mit diesen Beispielen
nur deutlich machen, wie das in der vorliegenden Lektion behandelte Gesetz,

wonach Sie mehr tun sollten, als von Ihnen erwartet wird, im praktischen

Geschäftsleben wirkt.

…………………………………………………………………….
Dieses Hintergrundwissen über die Philosophie der Erfolgsgesetze als ganzes
und die vorliegende Lektion im besonderen versetzt Sie in die Lage, die
Solidität des Gesetzes, auf dem diese Kurseinheit beruht, besser einzuschätzen.
Gründe, warum Sie sich die Gewohnheit aneignen sollten, mehr und bessere
Leistungen zu erbringen als nur die, wofür Sie bezahlt werden, gibt es ein
gutes Dutzend, auch wenn sich die meisten Leute keineswegs danach richten.
Zwei Gründe stechen jedoch hervor:
Erstens: Indem Sie sich den Ruf schaffen, dass Sie ein Mensch sind, der
grundsätzlich mehr und bessere Leistungen erbringt als nur die, wofür er
bezahlt wird, schneiden Sie im Vergleich zu denen, die sich nicht nach dieser
Maxime richten, deutlich besser ab. Dieser Kontrast wird so ausgeprägt
sein, dass Ihre Leistungen – unabhängig vom jeweiligen Bereich – wesentlich
gefragter sein werden.
Die Richtigkeit dieser Aussage ist offensichtlich. Egal, ob Sie Predigten verkünden,
Recht praktizieren, Bücher verfassen, Unterricht erteilen oder Gräben
ausheben – Sie werden wertvoller und ab dem Augenblick, in dem Sie sich
den Ruf erworben haben, dass Sie mehr Einsatz zeigen als andere und nicht
nur Dienst nach Vorschrift schieben, werden Sie auch eine größere finanzielle

Entlohnung beanspruchen können.

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/2

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/2

Der Mensch, der sich für die Arbeit entscheidet, die er liebt, kommt nicht
immer in den Genuß, dass seine engsten Freunde und Verwandten dies auch
befürworten und unterstützen.

Mich gegen negative Suggestionen aus dem Freundeskreis und aus der Verwandschaft
wehren zu müssen, hat meine Energien in den Jahren, in denen
ich das Material für diesen Kursus zusammengetragen, geordnet, klassifiziert
und erprobt habe, ziemlich strapaziert.

Diese persönlichen Einblicke sollen Ihnen vor Augen führen, dass man nur selten
– falls überhaupt – hoffen kann, sich der Arbeit zu widmen, zu der man sich
berufen fühlt, ohne auf Hindernisse der unterschiedlichsten Art zu treffen. Im
allgemeinen ist das größte Hindernis, dass eine solche Arbeit zumindest am
Anfang nicht die finanziell bestentlohnteste ist.

Als Ausgleich für diesen Nachteil wird derjenige, der sich für diesen Weg entscheidet,
jedoch meist mit zwei eindeutigen Vorteilen belohnt:

erstens: er findet in einer solchen Arbeit die größte aller Befriedigungen,
nämlich das unbezahlbare Glück und

zweitens: seine finanzielle Entlohnung ist gesehen auf die Gesamtzeit seiner
Bemühungen in der Regel größer. Der Grund hierfür ist, dass eine gerne getane
Tätigkeit üblicherweise umfangreicher und qualitativ höherwertiger ist
als eine nur für Geld verrichtete Arbeit.

Der peinlichste und unseligste Widerstand gegen mein Lebenswerk – und ich
sage dies ohne die Absicht einer Respektlosigkeit – kam von meiner Frau.
Dies mag erklären, wieso ich im Laufe dieses Kursus wiederholt darauf hingewiesen
habe, dass die Ehefrau eines Mannes ihn entweder aufbauen oder
vernichten kann, je nachdem, ob sie seine Arbeit unterstützt oder ob sie ihm
die Unterstützung verweigert.

Wenn es nach meiner Frau gegangen wäre, hätte ich eine Festanstellung annehmen
sollen, die mir ein geregeltes monatliches Einkommen sichern würde,
da ich durch die wenigen Festanstellungen, die ich innehatte, bereits bewiesen
hatte, dass ich durchaus in der Lage sei, ohne übermäßige Anstrengung
ein Jahreseinkommen von $ 6.000,– bis $ 10.000,– zu verdienen.

Ich konnte meine Frau durchaus verstehen. Immerhin hatten wir kleine Kinder,
die Kleidung und eine Ausbildung benötigten, und ein regelmäßiges Gehalt
– selbst wenn es sich in einem bescheidenen Rahmen bewegen würde
– schien somit ein gangbarer Weg zu sein.

Trotz dieser logischen Überlegungen entschied ich mich dazu, in diesem Fall
nicht auf meine Frau zu hören. Ihre Familie und auch die meine stellten sich
hinter sie und redeten eifrig auf mich ein. Andere Leute zu studieren möge
bei einem Mann ja hinnehmenbar zu sein, der genügend Zeit habe, um einem
solch „unrentablen“ Zeitvertreib nachzugehen, aber ein verheirateter Mann
mit Familie könne sich solchen Unfug doch wohl nicht leisten.

Aber ich blieb unnachgiebig. Ich hatte meine Entscheidung getroffen und war
fest entschlossen, davon nicht abzurücken.

Das Familienkollektiv konnte meine Haltung zwar nicht verstehen, aber nach
und nach löste sich der Widerstand auf. Das Wissen, dass meine Wahl zumindest
zeitweilig Unruhe in die Familie gebracht hatte und auch die Tatsache,
dass meine engsten Freunde und Verwandten nicht hinter meiner
Entscheidung standen, erschwerte meine Arbeit allerdings beträchtlich.

Glücklicherweise waren nicht alle Freunde der Meinung, dass ich eine unkluge
Wahl getroffen hätte.

Einige hielten den von mir eingeschlagenen Kurs nicht nur für richtig und
waren der Meinung, dass diese Arbeit letztendlich ein sinnvolles Ergebnis
zeitigen würde, sondern glaubten auch an meine Pläne und ermutigten mich,
mich von der Verwandschaft nicht beirren zu lassen.

Zu dieser kleinen Gruppe Getreuer gehörte auch Edwin C. Barnes, damals
Geschäftspartner von Thomas A. Edison.

Mr. Barnes interessierte sich vor beinahe zwanzig Jahren für die von mir
gewählte Lebensarbeit und seinem unerschütterlichen Glauben an die Stichhaltigkeit
der Erfolgsgesetze verdanke ich es, dass ich den Überredungsversuchen
meiner übrigen Freunde nicht erlegen bin und nicht den Weg des
geringsten Widerstands gewählt habe, der mir eine Festanstellung beschert
hätte.

Dies hätte mir zwar einigen Kummer und eine nicht abreißende Kette von
Nörgeleien und Kritik erspart, aber es hätte mir auch der Hoffnungen eines
ganzen Lebens beraubt und letztendlich hätte ich sehr wahrscheinlich das
Wichtigste überhaupt verloren – das Glück! Denn ich bin in meiner Arbeit
sehr glücklich gewesen, selbst in den Zeiten, in denen sie mir nicht nur keine
finanzielle Anerkennung, sondern sogar Schulden gebracht hat.

Diese Ausführungen erklären vielleicht – zum Teil zumindest – warum ich in
Lektion vier so nachdrücklich vor der Schuldenversklavung gewarnt habe und
ein so großer Verfechter der Gewohnheit des Sparens bin.

Edwin Barnes glaubte nicht nur an die Solidität der Erfolgsgesetze, sein eigener
finanzieller Erfolg und seine enge geschäftliche Verbindung mit dem
größten Erfinder auf Erden belegten, dass er sehr wohl kompetent war, sich
in diesem Bereich zu äußern.

Ich begann meine Forschungsarbeiten in dem Glauben, dass jeder, der mit
einer normalen Intelligenz und mit einem echten Erfolgswillen ausgestattet
sei, Erfolg erreichen könne, indem er einige – mir unbekannte – Schritte befolge.
Diese Schritte oder Vorgehensweisen sowie ihre Anwendung wollte ich
herausfinden.

Mr. Barnes war derselben Auffassung. Darüber hinaus wusste er, dass die
erstaunlichen Resultate seines Geschäftspartners, Mr. Edison, einzig und alleine
aufgrund der Anwendung einiger Prinzipien zustande kamen, die später
erprobt und zum Bestandteil dieser Philosophie gemacht wurden. Es hatte
den Anschein, als ob Gelderwerb, Seelenfriede und Lebensglück aufgrund der
Anwendung unwandelbarer Gesetze, die jeder beherrschen und umsetzen
könne, möglich seien.

Diese Ansicht teilte auch ich. Diese Ansicht ist mittlerweile bewiesen worden
und hat den Praxistest bestanden. Jeder Kursteilnehmer wird dies nach
Abschluss dieses Kurses und nach Beherrschung dieser Lektionen selbst
bestätigen können.

Bedenken Sie bitte, dass ich in all den Jahren, in denen ich meine Nachforschungen
betrieb, das in der vorliegenden Lektion behandelte Gesetz der unverlangten
Extraleistungen nicht nur anwandte, sondern sogar noch wesentlich
weiterging, indem ich Arbeiten verrichtete, für die ich seinerzeit niemals
erwarten konnte, dass ich jemals dafür bezahlt würde.

Nach jahrelangem Chaos, Gegenerschaft und Widerstand gegen diese Lebensphilosophie
entstand schließlich dieser Kursus, er wurde in die Form
eines Manuskripts gebracht und war für die Veröffentlichung fertig.
Dann geschah eine ganze Weile lang gar nichts.

Ich legte sozusagen eine schöpferische Pause ein, bevor ich mich dem nächsten
Schritt widmete, bei dem es darum ging, diesen Kursus den Leuten vorzulegen,
die ihn meiner Ansicht nach gerne annehmen würden.

„Gottes Wege sind unergründlich“.

Während meiner Anfangsjahre konnte ich mit diesem Satz nichts anfangen;
meine Ansicht hat sich jedoch grundlegend verändert.

Man bat mich, in Canton im Bundestaat Ohio einen Vortrag zu halten. Mein
Auftritt war gebührend angekündigt worden und ich hatte allen Grund zur Annahme,
dass ich vor einem großen Publikum sprechen würde. Da zur selben
Zeit zwei weitere geschäftliche Veranstaltungen stattfanden, sah ich mich einer
„Glückszahl“ gegenüber: Meine Zuhörerschaft bestand nur aus dreizehn
Männern.

Ich war immer schon der Meinung gewesen, dass ein Mann sein Bestes
geben soll, unabhängig davon, wie die Gegenleistung aussieht oder wie vielen
Personen er seinen Dienst erbringt. Also sprach ich so, als ob der Saal
bis zum Bersten voll sei. Irgendwie packte mich ein Grollgefühl, weil sich das
Schicksalsrad gegen mich gedreht hatte und wenn ich je einen mitreißenden
Vortrag gehalten habe, dann an diesem Abend.

Aber innerlich fühlte ich mich gescheitert.

Erst am nächsten Tag sollte ich erfahren, dass ich am Vorabend „Geschichte
geschrieben“ hatte. An diesem Abend wurde der Grundstein für die Erfolgsgesetzte
gelegt.

Einer der dreizehn Männer war der verstorbene Don R. Mellet, seinerzeit
Herausgeber der Canton Daily News. In der Einführungslektion haben Sie
bereits kurz mit diesem Herrn Bekanntschaft gemacht. Nachdem ich mit
meinem Vortrag fertig war, schlich ich mich durch die Hintertüre hinaus und
kehrte in mein Hotel zurück. Ich wollte den dreizehn Männern nicht am Ausgang
begegnen.

Am nächsten Tag wurde ich in Mr. Melletts Büro gebeten.

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/1

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/1

„Erfolgsgesetze in sechzehn Lektionen“
von

Napoleon Hill

Lektion 9
– Unverlangte Extraleistungen –

ddddddddddddddd

Es gibt zehn Schwächen,
gegen die wir uns zu
schützen haben:

Eine davon ist die
Gewohnheit,
zu ernten, bevor wir gesät
haben.

Die anderen neun
verbergen sich
hinter der
Unsitte,
Ausreden zu
erfinden,
um unsere Fehler
zu vertuschen.

Auf den ersten Blick mag es wie eine Abschweifung vom Thema dieses
Kurses erscheinen, wenn wir diese Lektion mit einer Behandlung der Liebe
beginnen, aber wenn Sie Ihr Urteil vorerst aufschieben wollen, bis Sie diese
Einheit durchgearbeitet haben, werden Sie bereitwillig zustimmen, dass ein
Überspringen des Themas Liebe den Wert dieser Kurseinheit schmälern
würde.

Das Wort „Liebe“ wird hier in einer allesumfassenden Bedeutung gebraucht.

Es gibt viele Dinge, Motive und Menschen, die die Liebe auslösen. Es gibt Arbeiten,
die wir nicht mögen, eine andere gefällt uns mehr oder weniger und
wieder eine andere lieben wir!

Große Künstler zum Beispiel lieben ihr Arbeit meist. Der Tagelöhner liebt seine
Arbeit nicht nur nicht, er hasst sie vielmals sogar.

Eine Arbeit, die wir nur als Broterwerb betrachten, tun wir nur selten gerne.
Sie wird oft ungern getan oder gar gehasst.

Wenn der Mensch mit einer Arbeit beschäftigt ist, die er gerne tut, kann er
unglaublich viele Stunden damit verbringen, ohne zu ermüden. Eine ungeliebte
oder verhasste Arbeit führt jedoch rasch zur Ermüdung.

Die Ausdauer des Menschen hängt deshalb in einem hohen Maße davon
ab, ob der seine Arbeit gerne oder ungerne verrichtet oder ob er sie sogar
liebt.

Wir legen hier den Grundstein für eines der wichtigsten Gesetze der Philosophie,
nämlich:

Der Mensch ist dann am leistungsfähigsten und seine Arbeit geht
ihm dann zügig und leicht von der Hand, wenn er sie liebt oder wenn
er eine Arbeit für einen geliebten Menschen erledigt.

Sobald das Element der Liebe in eine Aufgabe mit einfließt, wird die Arbeit
sogleich besser und der Mensch ist im Stande, mehr zu leisten, ohne dabei
im gleichen Maße zu ermüden.

Vor einigen Jahren organisierte eine Gruppe von Genossenschaftlern eine
Kolonie in Louisiana; sie erwarben einige hundert Morgen Farmland und nahmen
die Arbeit an einem Ideal auf, das ihnen ihrer Meinung nach mehr Lebensglück
und weniger Sorgen bescheren sollte, indem sie jedem Sozius die
Arbeit zuwiesen, die dieser am liebsten tat.

Die Idee war, dass niemand einen Lohn erhalten sollte. Jeder Partner sollte
die Arbeit verrichten, die ihm am meisten zusagte oder für die er die besten
Voraussetzungen mitbrächte und die Produkte ihrer gemeinsamen Bemühungen
sollten Gemeinschaftseigentum sein. Sie hatten ihren eigenen Molkereibetrieb,
ihre eigene Ziegelei, ihre eigenen Rinder, ihre Geflügel und so
weiter. Sie hatten ihre eigenen Schulen und auch eine Druckerei, in der sie
ein Gemeinschaftsblatt druckten.

Ein Schwede aus Minnesota schloss sich der Kolonie an und wurde auf seinen
eigenen Wunsch in der Druckerei beschäftigt. Sehr bald fing er an, sich
darüber zu beklagen, dass ihm die Arbeit nicht behage.

Also versetzte man ihn als Traktorfahrer auf die Farm. Dort hielt er es zwei
Tage aus. Er bat erneut um eine Versetzung und gelangte so in die Molkerei.

Mit Kühen konnte er nicht umgehen und so kam er in die Wäscherei, wo er
es einen einzigen Tag aushielt. Nach und nach probierte er alles aus, was sich
an Arbeitsmöglichkeiten bot, aber es gefiel ihm nirgends. Es sah so aus, als
wäre die Genossenschaftsidee nichts für ihn und er erwog bereits den Ausstieg.
Dann fiel jemanden ein Posten ein, den der Schwede bisher noch nicht
probiert hatte – die Ziegelei. Also gab man ihm eine Schubkarre und er beförderte
Ziegel von den Brennöfen zum Lagerplatz, um sie dort aufzuschichten.

Eine Woche verging und der Mann beklagte sich nicht. Er wurde gefragt, ob
es ihm in der Ziegelei gefalle: „Das ist genau das Richtige für mich“, erwiderte er.
Man stelle sich das vor. Ziegel herumzukarren war genau das Richtige für
ihn! Diese Art von Arbeit entsprach dem Wesen dieses Mannes. Er konnte
für sich sein, brauchte nicht zu denken und hatte keine Verantwortung zu
tragen. Das war sein „Ding“.
Er blieb solange auf diesem Posten, bis alle Ziegel sauber aufgeschichtet waren,
dann zog er sich wieder von der Kolonie zurück, weil die Ziegelei dann
keine Arbeit mehr für ihn hatte.

Wenn ein Mann eine Arbeit verrichtet, die ihm auf den Leib geschnitten ist,
macht es ihm nichts aus, besser zu arbeiten und mehr zu tun als nur das,
wofür er bezahlt wird. Das ist genau der Grund, warum es sich jedermann
schuldig ist, die Art von Arbeit zu finden, die zu ihm passt.

Ich selbst habe mich nach dieser Devise gerichtet und es nie bereut. Deshalb
kann ich sie auch den Teilnehmern dieses Kurses wärmstens empfehlen.

Dies scheint der richtige Augenblick zu sein, um eine kleine persönliche Geschichte
einzuflechten, die sowohl den Verfasser als auch die Philosophie der
Erfolgsgesetze betrifft. Diese Geschichte soll Ihnen aufzeigen, dass eine gerne
verrichtete Arbeit nie vergebens ist.

Diese gesamte Lektion befasst sich mit dem Nachweis, dass es sich überaus
lohnt, mehr und bessere Leistungen zu erbringen als nur die, wofür man bezahlt
wird. Wie leer und sinnlos wäre dieses Unterfangen jedoch, wenn der
Verfasser diese Regel nicht selbst lange genug befolgt hätte, um mit Fug und
Recht ihre Richtigkeit bestätigen zu können.

Über ein Vierteljahrhundert lang habe ich mich gerne der Arbeit gewidmet,
welche zu dieser Lebensphilosophie geführt hat und ich bin völlig aufrichtig,
wenn ich wiederhole, was ich bereits an anderer Stelle gesagt habe, nämlich,
dass ich bereits durch die Freude, die mir diese Arbeit beschert hat, für meinen
Einsatz und meinen Aufwand großzügig entlohnt wurde, selbst wenn ich
keine materielle Vergütung erhalten hätte.

Meine Arbeit an dieser Philosophie machte vor vielen Jahren die Entscheidung
zwischen einer kurzfristigen finanziellen Vergütung, die ich erhalten hätte,
wenn ich mich rein kommerziell orientiert hätte, und einer jahrelang aufgeschobenen
Entlohnung, die einerseits aus der üblichen finanziellen Bezahlung
und andererseits aus anderen Formen, die sich nur als Wissensvorsprung
mit der entsprechenden Befähigung, die Welt tiefer zu genießen, messen
lassen, erforderlich.

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/10

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/10

Fragen Sie einen Weisen,
was er mehr als alles
andere wünscht,
und er wird Ihnen sagen,
dass er sich „mehr Weisheit“
wünscht.

In der nächsten Lektion erfahren Sie weitere Gesetze, die auf vollkommene
Art und Weise mit der hier dargestellten Erfolgsvoraussetzung der Selbstbeherrschung
harmonisieren.

Gerade wenn Sie in dieser Lebensphilosophie noch Neuling sind, wird es Ihnen
ein Höchstmaß an Selbstbeherrschung abverlangen, das größte Gesetz
der nächsten Lektion anzuwenden. Hierbei geht es um Extraleistungen – darum,
mehr zu tun, als nur das, wofür Sie bezahlt werden.

Die eigene Erfahrung wird Ihnen jedoch sehr bald zeigen, dass der Aufwand
für die Entwicklung dieser Selbstbeherrschung mehr als gerechtfertigt ist, da
die positiven Ergebnisse dieser Disziplin nicht ausbleiben können.

Hinweis
Studieren Sie diese
Übersicht sorgfältig
und vergleichen Sie
die Ergebnisse dieser
Männer mit Ihren
eigenen (in den
beiden rechten Spalten).

Die fünfzehn
Erfolgsgesetze

1. Klarer Hauptzweck 100 100 100 100 100 100 100 100 100 –
2. Selbstvertrauen 100 80 90 100 75 80 50 100 60 75
3. Gewohnheit des Sparens 100 100 75 50 20 40 30 40 100 –
4. Eigeninitiative und 100 60 100 100 60 90 20 100 25 90
Führungseigenschaften
5. Vorstellungskraft 90 90 80 80 70 80 65 90 50 60
6. Begeisterung 75 80 90 100 60 90 50 80 50 80
7. Selbstkontrolle 100 90 50 75 95 75 80 40 100 50
8. Mehr tun als das, 100 100 100 100 100 100 100 100 100 –
wofür man bezahlt wird
9. Angenehmes Wesen 50 90 80 80 80 75 90 100 40 50
10. Klar denken 90 80 75 60 90 80 80 90 70 20
11. Konzentration 100 100 100 100 100 100 100 100 100 75
12. Kooperation 75 100 100 50 90 40 100 50 60 50
13. Aus Fehlern lernen 100 90 75 60 80 60 60 40 40 –
14. Toleranz 90 100 80 75 100 70 100 10 75 –
15. Die Goldene Regel 100 100 100 100 100 100 100 – 100 –
Durchschnitt 91 90 86 82 81 79 75 70 71 37

Anmerkung durch I-Bux.Com:

Bei den 10 Männern handelt es sich um

– Henry Ford (1863 – 1947) Automobilhersteller
– Benjamin Franklin (1706 – 1790) Verleger, Schriftsteller, Erfinder
– George Washington (1732 – 1799) US-Präsident
– Thedore Roosevelt (1858 – 1919) US-Präsident
– Abraham Lincoln (1809 – 1865) US-Präsident
– Woodrow Wilson (1856 – 1924) US-Präsident
– William Taft (1857 – 1930) US-Präsident
– Napoléon Bonaparte (1769 – 1821) Feldherr
– Calvin Coolidge (1872 – 1933) US-Präsident
– Jesse James (1847 – 1882) Bandit

Acht dieser Personen gelten als erfolgreich, zwei (Jesse James und Napoléon Bonaparte) als
gescheitert. Indem Sie darauf achten, wo diese beiden Personen mit Null bewertet
wurden, werden Sie den Grund des Scheitern erkennen.

Alle erfolgreichen Männer erreichten beim klaren Hauptzweck 100%.
Dies ist eine unabdingbare Erfolgsvoraussetzung.

Sie können die obige Studie auch mit Personen aus Ihrem eigenen
Bekanntenkreis durchführen, zum Beispiel mit fünf „Erfolgreichen“ und
fünf „Erfolgslosen“.
Henry Ford
Benjamin Franklin
George Washington
Theodore Roosevelt
Abraham Lincoln
Woodrow Wilson
William H. Taft
Napoleon Bonaparte
Calvin Coolidge
Jesse James

Bewerten Sie sich
in diesen zwei Spalten
selbst – vor und
nach dem Studium
dieses Erfolgskurses!
Vorher Nachher

Schluss von Kapitel 7, Fortsetzung in Kapitel 8/1

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/9

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/9

Wie oft haben Sie die Bemerkung gehört: „Dieser Mensch ist eine wahre Persönlichkeit!“
Der Mensch, der Sie über sein angenehmes Wesen anzieht, bedient
sich lediglich des Gesetzes der harmonischen Anziehung oder des Gesetzes
der Vergeltung. Beide bedeuten sie nichts anderes, als dass „Gleiches Seinesgleichen
anzieht“.

Wenn Sie das Gesetz der Vergeltung studieren, verstehen und intelligent anwenden,
kann es nicht ausbleiben, dass Sie ein effizienter und erfolgreicher
Verkäufer werden. Sobald Sie dieses einfache Prinzip beherrschen, besitzen
Sie das Rüstzeug zu einem überzeugenden Verkäufer.

Der erste und wahrscheinlich wichtigste Schritt besteht darin, dass Sie sich
in völliger Selbstbeherrschung üben. Sie müssen lernen, alle Bestrafungen
und jeglichen Missbrauch hinzunehmen, ohne der Versuchung zu erliegen, zurückschlagen
zu müssen. Diese Selbstbeherrschung ist ein Teil des Preises,
den Sie für die Beherrschung des Gesetzes der Vergeltung zahlen müssen.
Wenn ein wütender Mensch damit anfängt, sie zu verleumden oder zu verunglimpfen,
denken Sie daran, dass Sie sich bei einem Gegenschlag auf das
geistige Niveau dieses Diffamierers herablassen, weshalb er sie beherrschen
kann. Ob seine Anschuldigungen berechtigt waren oder nicht, ist dabei unerheblich.

Falls Sie sich andererseits weigern, ihrerseits wütend zu werden, falls Sie Ihre
Fassung behalten, ruhig und souverän bleiben, behalten Sie die Kraft bei sich.
Sie überraschen den anderen. Sie schlagen mit einer Waffe zurück, deren
Gebrauch ihm unbekannt ist. Deshalb beherrschen Sie in diesem Fall ihn!

Gleich und gleich gesellt sich gern. Daran gibt es keinen Zweifel.

Jeder Mensch, mit dem Sie in Kontakt kommen, ist ein mentaler Spiegel, in
dem Sie Ihre eigene geistige Einstellung wiederfinden.

Gestatten Sie mir, als Beispiel für das Gesetz der Vergeltung eine Erfahrung
anzuführen, die ich mit meinen zwei Söhnen hatte: Napoleon Junior und
James.

Wir befanden uns auf dem Weg in den Park, um Vögel und Eichhörnchen zu
füttern. Napoleon Junior hatte eine Tüte Erdnüsse mitgebracht und James
hatte eine Schachtel Kekse dabei. James warf einen Blick auf die Erdnüsse.
Ohne sich um eine Erlaubnis zu kümmern, griff er hinüber und schnappte
nach der Tüte. Er verfehlte sie und Napoleon Junior holte zum „Gegenschlag“
aus, wobei seine linke Faust auf das Kiefer von James traf.

Ich sagte zu James: „Schau her, mein Sohn, das hast du nicht richtig angestellt. Ich
zeig dir mal, wie man das macht“. Es ging alles so schnell, dass ich gar nicht
wusste, was ich James vorschlagen wollte, deshalb versuchte ich, etwas Zeit
zu schinden, um den Fall zu analysieren und nach Möglichkeit eine bessere
Methode zu finden als die meines Sohnes.

Dann fielen mir die Experimente ein, die ich im Zusammenhang mit dem Gesetz
der Vergeltung durchgeführt hatte, also sagte ich zu James: „Mach mal
die Keksschachtel auf und biete deinem kleinen Bruder ein paar Kekse an. Dann werden
wir gleich sehen, was passiert“.

Ich musste ihm noch eine Weile gut zurreden, bis er das tat. Dann geschah
etwas Bemerkenswertes – etwas, das mir eine große Verkäuferlektion beschert
hat: Bevor Napoleon Junior die Keksschachtel überhaupt anrührte,
bestand er darauf, dass er ein paar Erdnüsse in die Jackentasche von James
schütten dürfe. Er „vergalt Gleiches mit Gleichem“. Aus diesem Erlebnis mit
zwei kleinen Buben lernte ich mehr über meine Vaterrolle als ich auf andere
Weise hätte lernen können.
Meine Jungs lernen seitdem immer mehr über das Gesetz der Vergeltung,
was ihnen manche Rauferei erspart.

Was die Wirkungsweise und Anwendung des Gesetzes der Vergeltung angeht,
ist keiner von uns weit über Napoleon Junior und James hinausgekommen.
Wir alle sind nichts anderes als erwachsene Kinder, die von diesem Prinzip
leicht beeinflusst werden. Wir alle zahlen in gleicher Münze zurück, was
wir erhalten, so dass wir diese Gewohnheit mit Fug und Recht als das „Gesetz
der Vergeltung“ bezeichnen können. Wenn uns jemand etwas schenkt, sind
wir erst zufrieden, wenn wir etwas gleich Gutes oder Besseres zurückgegeben
haben. Wenn jemand gut über uns spricht, erhöht sich die Bewunderung
für diese Person und wir „vergelten“ es ihr wieder

Über das Prinzip der Vergeltung können wir unsere Feinde in loyale Freunde
verwandeln. Falls Sie einen Feind haben, den Sie zu Ihrem Freund machen
wollen, können Sie die Richtigkeit dieser Aussage nachvollziehen, indem Sie
den gefährlichen Mühlstein um Ihren Hals, auf dem der Name „Stolz“ (oder
Sturheit) geschrieben steht, vergessen. Sprechen Sie Ihren Feind immer
ungewöhnlich freundlich an. Seien Sie zuvorkommend. Er wird sich zuerst
vielleicht unbeeindruckt zeigen, aber nach und nach wird sein Widerstand
schwächer werden und er wird es „Ihnen vergelten“. Die heißesten Feuerkohlen,
die Sie jemanden, der Ihnen übel mitgespielt hat, nachwerfen können,
sind die Kohlen der menschlichen Freundlichkeit.

Eines Morgens im August 1863 wurde in einem Hotel in Lawrence, Kansas,
ein Geistlicher aus New England aus dem Bett geholt. Der Mann, der ihn
rufen ließ, gehörte zur berüchtigten Quantrell-Bande und wollte, dass er die
Treppe hinterlaufe, um ihn dabei zu erschießen. Überall an der Grenze wurde
an diesem Morgen Leute umgebracht.

Der Gangster, der den Geistlichen holen ließ, war ungeduldig. Letzterer blickte
halbwach durchs Fenster und war entsetzt. Als er die Treppe herunterkam,
verlangte der Bandit seine Uhr und Geld; dann wollte er wissen, ob er einen
Sklavereigegner vor sich habe. Der Geistliche zitterte. Aber er sagte sich,
wenn er schon sterben sollte, dann nicht mit einer Lüge auf seinen Lippen.
Also sagte er, dass er Anhänger der Sklavenbefreiung sei und sprach dann
eine Bemerkung aus, die die ganze Angelegenheit um hundertachzig Grad
wendete.

Er und der Gangster setzten sich auf der Veranda nieder, während überall
in der Stadt Leute umgebracht wurden, und führen ein langes Gespräch. Es
dauerte so lange, bis die Gangsterbande zum Abzug bereit war. Als sich der
beim Geistlichen sitzende Gangster anschickte, sich wieder seinen Kumpanen
anzuschließen, war er eindeutig in der Defensive. Er hängte dem Gottesmann

Gemeint ist hier
die konföderierte
Guerilla um

Charles Quantre

wieder seine Wertsachen aus, entschuldigte sich für die Störung und bat
darum, dass der Geistliche gut von ihm denken sollte.

Fortsetzung folgt!

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Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/8

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/8

Warum ich die Armut für eine der reichsten Erfahrungen halte, die ein Bub machen kann
Ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit der Herausgabe einer Frauenzeitschrift.
Und weil meine Leserschaft diese Zeitschrift so großzügig angenommen
hat, ist ein Teil dieses Erfolgs auch auf mich abgefallen. Eine Reihe meiner sehr
geschätzten Leserinnen teilen eine Auffassung, die ich schon oft versucht war, zu
korrigieren, eine Versuchung, der ich nun nachgeben werde. Meine Leserinnen
äußern sich unterschiedlich zu diesem Thema, aber die nachstehende Wiedergabe
ist ein guter Querschnitt der zum Ausdruck gebrachten Anschauungen:
„Es ist sehr leicht für euch, Sparsamkeit zu predigen, wenn ihr sie nicht nötig
habt: Uns zu erzählen, wie wir – in meinem eigenen Fall – mit dem Einkommen des
Gatten von achthundert Dollar im Jahr auskommen sollen, wenn ihr selbst nie
erfahren habt, wie man mit weniger als tausend Dollar leben soll. Ist euch, die
ihr mit dem sprichwörtlichen silbernen Löffel im Mund auf die Welt gekommen
seid, schon mal in den Sinn gekommen, dass alle Theorie angesichts des harten
Alltags, den so viele von uns durchstehen müssen, verblasst? Wisst ihr, wie es
ist, wenn man von der Hand in den Mund leben muss? Sicherlich ist euch das

nicht bekannt!“

„Sicherlich ist euch das nicht bekannt …?“
Nun, wie weit beruht diese Anschuldigung auf Tatsachen?
Ob ich mit einem goldenen Löffel geboren wurde, vermag ich nicht zu sagen. Es
ist durchaus richtig, dass es meinen Eltern relativ gut ging. Aber als ich sechs
Jahre alt war, verlor mein Vater alles, was er hatte und konnte sich als Fünfundvierzigjähriger
in einem fremden Land nicht einmal die Grundbedürfnisse
erfüllen. Es gibt Männer und deren Frauen, die wissen, was das bedeutet: als
Fünfundvierzigjähriger im Ausland wieder Fuß fassen zu wollen!
Ich hatte das Problem, dass ich kein einziges Wort der englischen Sprache verstand
oder gar sprach. Ich ging auf die öffentliche Schule und lernte so gut ich
eben konnte. Das war nicht gerade viel. Die Buben waren unbarmherzig, wie
Buben halt sind. Die Lehrer war ungeduldig, wie übermüdete Lehrer halt sind.
Mein Vater schaffte es nicht mehr. Meine Mutter, die an Bedienstete gewöhnt
war, musste sich nun selbst um den Haushalt kümmern und war damit überfordert.
Und Geld gab es sowieso nicht.
Nach den Unterrichtsstunden gingen mein Bruder und ich nach Hause – aber
nicht zum Spielen. Für uns hieß es dann, der Mutter zur Hand zu gehen. Nicht
nur einige Tage, sondern jahrelang standen wir zwei Buben im kalten Morgengrauen
auf und mussten aus den warmen Betten; wir siebten die Kohlenasche
vom Vortag, um damit wieder etwas Wärme in das Zimmer zu bringen. Dann
deckten wir den Tisch für ein mageres Frühstück, gingen zur Schule und gleich
danach wieder nach Hause, um abzuwaschen und den Boden zu fegen und zu
schrubben. Wir wohnten in einer Drei-Familien-Mietskaserne, jede dritte Woche
waren wir an der Reihe, um vom dritten bis zum ersten Stock alles sauber zu machen.
Auch draußen. Das war die härteste Arbeit, wir erledigten sie deshalb an
den Samstagen, wobei die Nachbarskinder nicht allzu freundlich herüberblickten,
während sie sich mit ihren Baseballschlägern vergnügten.
Abends, wenn die anderen Buben neben der Lampe ihre Hausaufgaben machen
konnten, ging wir beiden Buben mit einem Korb auf Holz- und Kohlensuche in den
umliegenden Grundstücken oder klaubten die Briketts auf, die der Kohlenhändler
verloren hatte, in der Hoffnung, dass er sie nicht mehr einsammeln würde.
Als ich zehn Jahre alt war, bekam ich meine erste Arbeit als Fensterputzer in
einer Bäckerei. Mein Lohn betrug fünfzig Cent die Woche. Nach knapp zwei Wochen
durfte ich hinter dem Schalter stehen und Brot und Kuchen verkaufen. Das
brachte mir einen Dollar die Woche. Ich überreichte den Kundinnen frisch gebackenes
Brot und Kuchenstücke, ich selbst aber bekam den ganzen Tag keinen
einzigen Bissen davon ab.
Am Samstagmorgen übernahm ich dann eine Strecke als Austräger eines Wochenblatts,
was übrig blieb, verkaufte ich auf der Straße. Das bedeutete weitere
sechzig bis siebzig Cent für mich.
Ich wohnte in Brooklyn, New York, und das Hauptbeförderungsmittel nach Coney
Island war damals die Pferdekutsche. In der Nähe unserer Wohnung hielten die
Kutschen an und die Kutscher gaben den Pferden Wasser. Die Männer sprangen
heraus, um ebenfalls etwas zu trinken, die Frauen gingen leer aus. Als ich
diese Situation mitbekam, füllte ich einen Eimer mit Wasser und ein bisschen Eis
und mit einem Glas schöpfte ich dann Wasser heraus und verkaufte es zu einem
Cent pro Glas am Samstagnachmittag an die Reisenden. Als dann die Konkurrenz
dazu kam, was sehr rasch der Fall war, weil ein Nebenverdienst von zwei
oder drei Dollar immer auch andere Buben anlockte, drückte ich eine Zitrone
über meinem Eimer aus und verkaufte „Limonade“. Mein Preis betrug zwei Cent
pro Glas, was mir an einem Sonntag um die fünf Dollar einbrachte.
Dann wurde ich Abendreporter, manchmal arbeitete ich auch als Bürojunge und
lernte um Mitternacht Stenographieren.
Meine Leserin sagt, dass sie ihre Familie mit Ehemann und Kind mit achthundert
Dollar pro Jahr durchbringen muss und sagt auch, dass ich nie gewusst hätte,
was das bedeute. Ich selbst habe eine dreiköpfige Familie mit einem Wochenlohn
von sechs Dollar und fünfundzwanzig Cent ernährt – das ist weniger die Hälfte
ihres Jahreseinkommens. Als mein Bruder und ich – wir beide zusammen – achthundert
Dollar im Jahr nach Hause brachten, fühlten wir uns reich!
Ich gehe heute zum ersten Mal auf diese Begebenheiten ein, damit Sie aus erster
Hand erfahren, dass Ihre Frauenzeitschrift von keinem Theoretiker geleitet wird,
der Sparsamkeit predigt und nicht weiß, wovon er spricht. Auf dem Weg der
Armut gibt es nicht einen einzigen Zoll, den ich nicht auch selbst gegangen wäre.
Ich kenne jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Mühe, die dieser Weg mit sich
bringt und ich freue mich heute für jeden Buben, der dieselbe Erfahrung hinter
sich hat.
Ich möchte heute die Erfahrung meiner jahrelange Entbehrung keineswegs vermissen.
Ich weiß, was es bedeutet nicht einen ganzen Dollar, sondern nur zwei
Cent zu verdienen. Ich kenne den Wert des Geldes und habe diesen Wert schätzen
gelernt. Eine bessere Vorbereitung auf das Leben hätte ich nicht haben können.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn der Tag bevorsteht und kein
einziger Penny vorhanden ist, wenn kein Brot im Schrank ist und der Ofen keine
Kohle hat. Ein neun- oder zehnjähriger Bub, dem der Magen knurrt, und dessen

Mutter verzweifelt ist.

„Sicherlich ist euch das nicht bekannt …?“
Und dennoch bin ich dankbar für diese Erfahrung. Ich sage es nochmals: Ich
möchte diese Erfahrung keinesfalls vermissen und ich vergönne sie jedem Buben.
Aber – und hier kommt die Auflösung, warum ich die Armut für einen versteckten

Segen halte – ich glaube an die Armut als Erfahrung, die man durchgemacht haben

sollte – um sie dann hinter sich zu lassen. „Alles gut und schön“, werde einige
einwenden oder „leichter gesagt als getan. Wie soll das gehen?“ Niemand kann
eine schlüssige Antwort darauf geben. Auch mir hat es niemand gesagt. Keine
zwei Menschen werden den selben Ausweg aus der Misere finden, jeder muss
seinen eigenen Weg gehen. Es hängt von jedem einzelnen Buben selbst ab. Ich
selbst war fest entschlossen, die Armut hinter mir zu lassen, weil meine Mutter
so sehr darunter litt und dies kein Platz für sie war. Das lieferte mir die erste
Voraussetzung: Einen Grund.
Dann kamen Anstrengungen und die Arbeitsbereitschaft hinzu. Ich war bereit,
jede Arbeit anzunehmen, wenn sie mir nur dazu verhalf, der Armut den Rücken
kehren zu können. Ich war nicht wählerisch. Ich nahm‘s wie‘s kam und tat mein
Bestes, um die Arbeit gut zu machen. Und wenn mir die Arbeit nicht gefiel,
machte ich sie trotzdem so gut wie ich‘s konnte, ich sah aber zu, dass ich sie
nicht länger machen musste, als ich wollte. Ich benutze jede Sprosse in der Leiter,
um mich ein Stück emporzuhangeln. Das bedeutete Mühe, aber die Mühe
brachte Erfahrung. Es ging weiter. Es brachte auch die Fähigkeit, zu verstehen
und mitzufühlen. Das alles erhält ein Bub von der Armut.
Deshalb glaube ich an den Segen der Armut, aber – ich wiederhole – immer als
Zwischenstation, nie als Endstation.

Bevor Sie die Gewohnheit der Selbstbeherrschung entwickeln können, müssen
Sie die wahre Notwendigkeit dieser Eigenschaft verstehen. Sie müssen
auch verstehen, welche Vorteile die Selbstbeherrschung jenen, die sich in ihr
üben, mit sich bringt.
Indem Sie die Selbstbeherrschung entwickeln, fördern Sie im Gefolge auch
noch andere Eigenschaften, was Ihrer Persönlichkeit zusätzlich zugute
kommt. Hierzu gehört unter anderem, dass Ihnen das Gesetz der Vergeltung
zur Verfügung steht.
Was bedeutet „vergelten“?
So wie dieses Wort hier gebraucht wird, bedeutet es, Gleiches mit Gleichem
zu vergelten, das heißt, es mit der gleichen Münze zu erwidern. Das ist keineswegs
auf Rache beschränkt.
Falls ich Ihnen eine Verletzung zufüge, zahlen Sie es mir bei der erstbesten Gelegenheit
wieder heim. Falls ich Ihnen ungebührliche Dinge an den Kopf werfe,
kontern Sie auf der selben Ebene oder setzen sogar noch eines drauf.
Falls ich Ihnen aber einen Gefallen erweise, revanchieren Sie sich sogar noch
mit einem größeren Gefallen, soweit Ihnen dies möglich ist.
Über dieses Gesetz kann ich Sie dazu bringen, dass Sie alles tun, was ich mir
von Ihnen wünsche. Wenn ich möchte, dass Sie mich nicht mögen und dass
Sie Ihren Einfluss gegen mich richten, erreiche ich das gewünschte Ergebnis,
indem ich Sie so behandle, wie ich von Ihnen behandelt werden möchte.
Falls ich mir von Ihnen Respekt, Freundschaft und Zusammenarbeit wünsche,
kann ich dies erreichen, indem ich Ihnen meinerseits Freundschaft und
Zusammenarbeit anbiete.
Soweit werden Sie mir noch zustimmen. Sie können dies mit Ihren eigenen
Erfahrungen vergleichen und werden die Richtigkeit dieser Aussagen leicht

nachvollziehen können.

Fortsetzung folgt!

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/7

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 7/7

Hinter allen Leistungen, hinter aller Selbstbeherrschung, hinter aller Gedankenkontrolle
befindet sich ein magisches Etwas. Dieses Etwas ist der …

tiefe Wunsch!

Es ist keine Verkennung der Tatsachen, dass Ihre einzige Begrenzung in der
Stärke Ihres Wunsches besteht!

Wenn Ihr Wunsch, Ihr Verlangen, Ihre Sehnsucht, groß genug ist, werden Sie
zu schier Übermenschlichem im Stande sein. Niemand hat dieses seltsame
Phänomen des Geistes je erklärt und wird es vielleicht auch nie erklären können,
aber falls Sie daran zweifeln, dass es besteht, brauchen Sie es nur zu
erleben. Dann werden Sie für immer davon überzeugt sein.

Falls Sie sich in einem brennenden Gebäude befänden und sämtliche Türen
und Fenster verschlossen wären, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass
Sie genügend körperliche Stärke aufbringen würden, um eine normale Türe
aufzubrechen. Warum?

Weil Ihr Wunsch stark genug ist!

Falls Sie die Kunst der erfolgreichen Verhandlungsführung erlernen wollen
– was Sie zweifellos wollen, sobald Sie ihre Wichtigkeit für das Erreichen Ihres
zentralen Ziels begriffen haben – werden Sie das tun, falls Ihr Wunsch stark
genug ist!

Napoléon Bonaparte wollte der Kaiser von Frankreich werden und er wurde
es.
Lincoln wollte die Sklaven befreien und er tat es.
Die Franzosen wollten eine unüberwindbare Verteidigungslinie bauen und taten
es.
Edison wollte elektrisches Licht erzeugen und tat es.
Roosevelt wollte den Atlantik mit dem Pazifik verbinden und tat es über den
Panama-Kanal.
Demosthenes wollte ein großer Redner werden und trotz seiner Sprachbehinderung
verwandelte er seinen Wunsch in Wirklichkeit.
Helen Keller wollte sprechen und trotz ihrer Taubheit, Blindheit und Stummheit
spricht sie jetzt.
John H. Patterson wollte Registrierkassen herstellen und tat es.
Marshall Field wollte der führende Kaufmann seiner Zeit sein und wurde es.
Shakespeare wollte ein großer Stückeschreiber werden und wurde es, obwohl
er nur ein armer Schauspieler war.
Billy Sunday wollte Prediger werden; er gab das Baseballspielen auf und wurde
ein landesweit bekannter Prediger.
James J. Hill wollte eine Eisenbahnstrecke bauen und obwohl er nur ein armer
Telegraphist war, verwirklichte er seinen Wunsch.

Sagen Sie also nicht „das ist unmöglich“ oder dass Ihr Fall ganz anders läge als
der tausend anderer, die ihre Wünsche und Ziele verwirklicht haben. Der „Unterschied“
besteht nur in einem: diese anderen strebten ihr Ziel mit mehr
Tiefe und mehr Intensität an als Sie!

Säen Sie die Saat eines konstruktiven Wunsches in Ihr Unterbewusstsein,
indem Sie das folgende Credo übernehmen:

„Ich will meinen Mitmenschen auf meiner Reise durchs Leben von Nutzen
sein. Deshalb richte ich mich im Umgang mit meinem Mitmenschen
nach diesem Credo, das mir als Richtschnur dienen soll:

Ich schule mich darin, dass ich andere niemals und unter keinen Umständen
kritisiere, unabhängig davon, wie sehr ich einer anderen Meinung
sein mag oder welche Arbeit der andere Mensch verrichtet, solange
ich weiß, dass er sein Bestes versucht.

Ich respektiere mein Land, meinen Beruf und mich selbst. Ich behandle
meine Mitmenschen fair und erwarte, dass sie mich ihrerseits fair behandeln.
Ich bin meinem Land gegenüber loyal und bin ein Mensch, dessen
Wort gilt.

Ich stütze meine Vergütungserwartung auf das solide Fundament des
vor mir erbrachten Nutzens. Ich bin bereit, den Preis in Form eines
aufrichtigen Einsatzes zu leisten. Ich betrachte meine Arbeit als eine
Gelegenheit, die ich gerne ergreife und die ich optimal nutze.

Ich weiß, dass der Erfolg von mir selbst abhängt und in meinem eigenen
Denken liegt. Ich gehe davon aus, dass Schwierigkeiten unvermeidlich
sind und dass ich sie souverän meistere.

Ich vermeide Trödeleien und schiebe nicht auf morgen, was ich heute
erledigen kann.

Ich schöpfe auch aus den Freuden des Lebens, damit ich den Menschen
gegenüber zuvorkommend, meinen Freunden gegenüber loyal
und Gott ergeben sein kann. Ich hinterlasse einen Wohlgeruch auf dem
Pfad, den ich betrete.“

Die Energie, die die meisten Menschen aufgrund ihrer mangelnden Selbstbeherrschung
vergeuden, würde ihnen bei geordneter und konstruktiver Nutzung
alles bringen, was sie ersehnen.

Die Zeit, die viele Leute mit Klatsch und Tratsch über andere vergeuden,
wäre bei konstruktiver und sinnvoller Nutzung ausreichend, um das jeweilige
zentrale Ziel (sofern vorhanden) zu erreichen.

Alle erfolgreichen Menschen zeichen sich durch ein hohes Maß an Selbstbeherrschung
aus! Alle Versager erhalten in diesem wichtigen Bereich des
menschlichen Verhaltens die Note „ungenügend“ oder „mangelhaft“.

Studieren Sie nochmals die Übersicht in Lektion 1 und sehen Sie sich die Bewertungen
an, die Jesse James und Napoléon Bonaparte im Bereich „Selbstbeherrschung“
erhalten haben.

Studieren Sie die Leute, mit denen Sie zu tun haben, und Sie werden rasch
feststellen, dass alle Erfolgreichen Selbstbeherrschung üben, während die
Erfolglosen ihren Gedanken, Worten und Taten freien und unzügelten Lauf
lassen.

Eine sehr weit verbreitete und sehr destruktive Variante einer mangelnden
Selbstbeherrschung ist die Gewohnheit, zu viel zu reden.

Diese Übersicht
aus Seite 64
finden Sie am
Schluss dieses
Kapitels nochmals.

Kluge und weise Menschen, die wissen, was sie wollen und die feste Absicht
haben, es auch zu erreichen, achten wohlweislich auf ihre Gespräche. Ein
Übermaß an unkontrollierten und unerbetenen Unterhaltungen kann nichts
Gutes bringen.

Zuhören ist fast immer lohnender als sprechen. Ein guter Zuhörer hört bisweilen
etwas, das seinen Wissensstand erweitert. Ein guter Zubehörer zu
sein, erfordert Selbstbeherrschung, aber diese Zurückhaltung trägt reiche
Früchte.

Eine häufig anzutreffende Art einer mangelnden Selbstbeherrschung ist die
Unterbrechung des Sprechers. Dem Sprecher ins Wort zu fallen ist nicht nur
unhöflich, es beraubt den Zuhörer auch der Gelegenheit, wertvolle Informationen
zu erhalten.

Nach Abschluss dieser Lektion sollten Sie sich nochmals die Analyseübersicht
in Lektion 1 vornehmen und sich selbst im Bereich der Selbstbeherrschung
neu bewerten. Vielleicht fällt die ein oder andere Bewertung jetzt auch etwas
ungünstiger aus.

Die Selbstbeherrschung war eines der hervorstechenden Merkmale aller erfolgreichen
Führungspersönlichkeiten, die ich analysieren durfte. Luther Burbank
sagte, dass die Selbstbeherrschung seines Erachtens das wichtigste
der fünfzehn Erfolgsgesetze sei. Während all der Jahre, die er sich geduldig
dem Studium und der Beobachtung der evolutionären Prozesse des pflanzlichen
Lebens gewidmet hatte, stellte er die Notwendigkeit fest, sich in Selbstbeherrschung
zu üben, obwohl er es mit unbeseeltem Leben zu tun hatte.

Dasselbe drückte im Grunde der Naturforscher John Burroughs aus. Er
sagte, dass der Stellenwert der Selbstbeherrschung bei den fünfzehn Erfolgsgesetzen
im obersten Bereich der Liste stünde.

Wer sich in Selbstbeherrschung übt, kann nicht besiegt werden, denn Hindernisse
und Gegner weichen zurück, wenn sie auf einen fest entschlossenen
Geist treffen, der mit Hilfe der Selbstbeherrschung ein zentrales Ziel anstrebt.

Jeder wohlhabende Mensch, den ich studieren durfte (wobei ich mich auf solche
beziehe, denen der Wohlstand nicht in die Wiege gelegt wurde), bewies
ein um das andere Mal, dass die Selbstbeherrschung zu den starken Seiten
der Persönlichkeit gehörte, weshalb ich zu dem Schluss gelangt bin, dass
niemand ein ansehnliches Vermögen anhäufen kann, der nicht auch diese
unabdingbare Voraussetzung mitbringt oder erwirbt.

Geld zu sparen erfordert Selbstbeherrschung des höchsten Grades; ich hoffe,
dies bereits in Lektion vier dieses Kurses deutlich gemacht zu haben.

Die folgende schillernde Beschreibung verdanke ich Edward W. Bok; er beschreibt
darin, in welchem Maße er es für notwendig gefunden hat, zunächst
Selbstbeherrschung zu erlangen, bevor er Erfolg erreichen konnte und dieser
Erfolg dann mit dem Ruhm als einer der berühmtesten amerikanischen Journalisten
gekrönt wurde.

Hinweis:
Edward W. Bok
(1863 – 1930).
US-amerikanischer
Schriftsteller
und
Gewinner des
Pulitzer-Preises

Fortsetzung folgt!