Gas für den Winter oder Bundeskanzler Olaf Scholz?

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Gas für den Winter oder Bundeskanzler Olaf Scholz?

Gas für den Winter oder Bundeskanzler Olaf Scholz?

04. Juli 2022 um 9:45Ein Artikel von: Redaktion

Diese Frage stellt Willy Wimmer mit Recht. Siehe unten seinen neuen Text. – Wir hören in diesen Tagen auf allen Kanälen, dass der Bundeskanzler sich Sorgen um soziale Verwerfungen macht, viele Menschen könnten eine um 100 € oder noch mehr erhöhte Energierechnung nicht bezahlen. Mit dieser Einschätzung hat er recht. Aber was tut er? Warum tut er nicht das Naheliegende, nämlich das Verhältnis zu Russland zu entspannen und sich zu verständigen und damit auch den totalen Stopp von Gaslieferungen aus Russland zu vermeiden? Scholz tut das vermutlich nicht, weil die USA ihm das nicht erlauben. Ähnliches muss man bei unserem Bundespräsidenten unterstellen, der laut neuesten Meldungen davor warnt, die Ukraine an den Verhandlungstisch mit Russland zu drängen. Albrecht Müller.

Hier wird wieder einmal sichtbar, dass die deutsche Regierung und auch der Bundespräsident nicht in unserem Interesse handeln, sondern eher die strategischen Ziele von USA und NATO verfolgen. Diese setzen – wie auch die osteuropäischen Regierungen – offensichtlich auf einen Zermürbungskrieg.

Die deutschen Medien begleiten mehrheitlich das Jammern des Bundeskanzlers über die zu erwartenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen mit Wohlwollen und ohne kritische Anmerkungen und Fragen danach, warum diese Bundesregierung und dieser Bundespräsident unser Land langfristig auf einen Konflikt mit Russland anlegen. Sie sind in einer nicht mehr auszuhaltenden Weise auf die herrschende Linie festgelegt. Sie hinterfragen nicht, wie sinnlos und selbstzerstörerisch die langfristig angelegte Zerstörung einer sicheren und preiswerten Energieversorgung sein wird. Mit dem Versprechen im Amtseid, Schaden von uns abzuwenden, ist das Verhalten von Bundeskanzler und Bundespräsident ohnehin nicht vereinbar. Sehr viele Familien kommen in wirkliche finanzielle Nöte. Vielen Familien nimmt dieses Nichtstun der Bundesregierung den bisher noch vorhandenen finanziellen Spielraum für Ausgaben, die das Leben ein bisschen bereichert hatten.

Die sorgenvollen Äußerungen des Bundeskanzlers verfangen möglicherweise bei einem Teil des Publikums. Viele werden nicht sehen, dass diese Art von Öffentlichkeitsarbeit des Bundeskanzlers sein Nichtstun im Interesse einer sicheren Energieversorgung überlagern soll. – Bitte aufdecken, die erkennbare Strategie sichtbar machen: Öffentlichkeitsarbeit statt richtiger Entscheidungen.

Es folgt der angekündigte Text von Willy Wimmer:

Willy Wimmer: Gas für den Winter oder Bundeskanzler Olaf Scholz?

Beides zusammen geht nicht. Das hat die ganze Geschichte seit Bildung der neuen Bundesregierung im Dezember 2021 und dem verheerenden Besuch des neuen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz beim amerikanischen Präsidenten Joe Biden gezeigt. Jeder, der es gesehen hat, kann sich noch an das jämmerliche Bild erinnern. Mit wenigen Worten machte Präsident Joe Biden deutlich, dass in Deutschland niemand mehr von „Kanzlerakte” oder mangelnder Souveränität sprechen sollte. Präsident Joe Biden brauchte einen Satz, um alles klarzumachen. Folge: Wir hören tagaus und tagein, dass wir im Winter kein Gas haben, um Massenerkrankungen und Wirtschaftszusammenbrüche zu verhindern. Die Sprache von Bundeskanzler Olaf Scholz und der grünen Morgenthau-Bagage macht das deutlich. „Die Deutschen müssen sich unterhaken”, so hört man aus dem Munde des Bundeskanzlers. Das erinnert in schrecklicher Weise an Verzweiflungssprüche aus der Vergangenheit. „Volk ans Gewehr” dröhnten die Rattenfänger in vergangener Zeit.

Die Hoffnungslosigkeit staatlichen Tuns, immer weitere Stellschrauben aufzumachen, wird aus jeder Nachrichtensendung deutlicher. Die Bundesregierung und bis auf die AfD und „Die Linke” der ganze Bundestag haben sich so in eine virtuelle Ukraine-Welt verstrickt, dass nur noch eine Frage offenbleibt: Muss das deutsche Volk oder wie es im Deutschlandfunk formuliert wird, die im Land befindliche Gruppe von „Menschen ohne Migrationshintergrund” es wieder einmal bis zum bitteren Ende durchhalten und den Schierlingsbecher leeren? Mit geradezu heroischer Tonlage predigen die „Habecks dieser Welt” die Mangelwirtschaft. Nur diejenigen, die vor Jahrzehnten die DDR voll erlebt haben, werden wissen, was Mangelwirtschaft bedeutet. Darauf bereiten Deutschland diejenigen vor, die nach ihrem Amtseid die Aufgabe haben, das Wohl des deutschen Volkes zu mehren. Es geht alles den Bach herunter, da helfen auch Massenveranstaltungen des Bundeskanzlers mit Verbänden jeder Art nicht weiter.
 
Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Aufhebung der selbstzerstörenden Sanktionen und Öffnung von Nordstream 2 für die deutsche und europäische Erdölversorgung für diejenigen, die Bedarfe anmelden. Warum sollen wir unser Schicksal von Politikern und Brüsseler Spitzenbeamten aus den baltischen Staaten abhängig machen, die in Königsberg schon einmal die EU-Sanktionsregeln sich zurechtbiegen, um zu einer Ausweitung  der Kampfzone zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation zu kommen? Oder von jenen polnischen Repräsentanten, die die Gelegenheit nutzen wollen, sich den Rest Ostpreussens unter den Nagel reißen zu können. In den baltischen Hauptstädten wird nachhaltig versucht, zwischen sich und den Russen den Atlantik neu zu verlegen.

Sie können so reden, aber wir sollten unser Schicksal nicht von dieser Form von Intransingenz abhängig machen. Zumal bei ehemaligen Angehörigen der DDR-Akademie der Wissenschaften vermutlich immer noch in Erinnerung ist, wie durchgehend seit den Zeiten des Sozialismus manche Bruderstaaten alles unternommen hatten, die DDR auf einer schwachen Energielage zu verankern und Pipelines in die Sowjetunion zu hintertreiben. In die EU aufnehmen? Kandidatenstatus für die Ukraine? Will man sich die Banderistas in die EU holen oder nach dem Beispiel des ukrainischen Botschafters in Deutschland erleben, dass bei uns über die Verehrung für Herrn Bandera die Teile der ukrainischen Bevölkerung unsere Politik bestimmen, die an den ukrainischen Nationalisten „nichts finden”. Dann kann man sich schon ausrechnen, welche Beamtenkategorien in Brüssel besonders nachgefragt werden und die EU zu Recht zu einem Objekt der Verachtung für andere Menschen auf diesem Globus wird. Es ist gerade die Ukraine, die seit langem unter Beweis stellt, wie man sich des „rechten Sektors” bedient, um gegen Nachbarstaaten gerichtete staatliche Vorhaben umzusetzen. 2018 ist darüber ein deutsches Regierungspapier erstellt worden, in dem alles Wissenswerte steht.

Die Entwicklung, die seit Dezember 2021 die neue Bundesregierung genommen hat, macht deutlich, dass – vom Bundeskanzler angefangen – niemand in Berlin mehr auf Regierungsseite vorhanden ist, der ohne totalen Gesichtsverlust die Frage der deutschen Existenz, die mit der Frage nach Energie identisch ist, lösen könnte. Die derzeit Regierenden – und das ist in unseren Nachbarländern nicht anders – verstricken sich mehr und mehr in eine „Duschkopf-Politik” mit Pille-Palle, statt den gordischen Knoten durchzuhauen. Da helfen auch finanzielle Rettungsschirme für Stadtwerke nicht. Man muss sich ohnehin fragen, ob nicht über die derzeit laufende Grundbesitz-Abfrage nur die Dimension seitens des Staates in Erfahrung gebracht werden soll, wie und wem man in Deutschland zur Deckung enormer Schuldenberge das Fell über die Ohren ziehen kann.

Die damit verbundenen Fragen über die Handlungsfähigkeit der amtierenden Bundesregierung erreichen derzeit eine tödliche Grenze. Das haben wir im Sommer 1999 im Jugoslawien-Krieg in schrecklicher Weise erlebt. Nur weil es Gerhard Schröder als Bundeskanzler gab, wurden wir durch die NATO nicht in einen vor der Türe stehenden Bodenkrieg gegen Jugoslawien geschickt und damit in einen Weltkrieg. Jeden Tag lesen wir schlaue Kommentare darüber, dass uns in der Ukraine nicht mehr viel davon trennt, die NATO direkt und unmittelbar in den Krieg eingreifen zu sehen. Man muss sich ohnehin fragen, wie lange das mit dem gut geht, was der Westen der Ukraine zur Verfügung stellt und in der Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg” sowie Napoleon in Moskau bewertet wird. Wir brauchen in Deutschland Bundeskanzler wie Gerhard Schröder, die uns vor dem Schlimmsten bewahren. Wer sich Berlin daraufhin ansieht, kann nur Fehlanzeige feststellen. Mit dieser Bundesregierung ist Deutschland „auf Rand genäht”.

Rubriken:EnergiepolitikRessourcenStrategien der Meinungsmache

Schlagwörter:EnergiepreiseErdölErdgasRusslandScholz, OlafWirtschaftssanktionen

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Blackout rückt näher: Energie-Engpass in Deutschland schlimmer als in einem Kriegsland

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Blackout rückt näher: Energie-Engpass in Deutschland schlimmer als in einem Kriegsland

aikos2309

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Die Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wladimir Selenskij mit dem Export von Atomstrom nach Europa begonnen. Dadurch soll die derzeit drohende Gefahr eines europaweiten Blackouts verringert werden. Auch Kohlekraftwerke sollen wieder ans Netz gehen. Doch kann das die Katastrophe noch verhindern?

Der freiwillige Verzicht auf konventionelle Kraftwerke im Zuge der Energiewende in Deutschland sowie der Ausfall  nahezu der Hälfte aller Atommeiler in Frankreich sorgen derzeit nicht nur für exorbitant hohe Energiepreise, sondern auch für einen kritischen Energie-Engpass in Deutschland.

Angesichts der deshalb drohenden Blackouts in Mitteleuropa hatte die vom Krieg gebeutelte Ukraine der Europäischen Union vor wenigen Tagen angeboten, Atomstrom nach Deutschland zu liefern, um so zur Energiesicherheit beizutragen. Dieses Angebot wurde von der Regierung offenbar dankend angenommen. Denn nach Angaben von Präsident Wladimir Selenskij hat das osteuropäische Land bereits damit begonnen, Strom in die EU zu liefern.

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Ukraine rettet Europa vor Blackout  

„Eine wichtige Etappe unserer Annäherung an die Europäische Union wurde erreicht“, erklärte der ukrainische Präsident am Donnerstagabend in einer Videobotschaft. Die Ukraine „hat begonnen, über Rumänien in bedeutendem Maße Strom in das Territorium der EU zu exportieren.“ Allerdings sei das „nur die erste Etappe. Wir bereiten eine Erhöhung der Lieferungen vor“, erläuterte Selenskij.

„Ukrainischer Strom kann einen bedeutenden Teil des von den Europäern verbrauchten russischen Gases ersetzen.“ Dabei gehe es „nicht nur um Exporteinnahmen für uns“, so der Präsident weiter. Vielmehr sei es „eine Frage der Sicherheit für ganz Europa.“

Bereits im März war die Ukraine an das europäische Stromnetz angeschlossen worden, nachdem das Land seinen Anschluss an das russische Netz infolge des Ukraine-Kriegs zuvor gekappt hatte. Mit dem nun begonnenen Transfer von Strom in die EU reagiert die Ukraine sowohl auf die kriegsbedingte nachlassende Nachfrage nach Energie im eigenen Land als auch auf die sich häufenden Meldungen über Stromausfälle in ganz Europa. Der eine hat, was der andere benötigt – und umgekehrt. Beide profitierten davon, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf Twitter:

Es wird der EU eine zusätzliche Stromquelle bieten und der Ukraine dringend benötigte Einnahmen. Deswegen profitieren wir beide.

Während die Ukraine dringend auf neue finanzielle Einnahmequellen angewiesen ist und deshalb nach Abnehmern für ihren zu viel produzierten Strom sucht, ist die EU hingegen auf der Suche nach neuen Energieversorgern, um den derzeit in Europa herrschenden Strommangel zu kompensieren, der zunehmend in einem Blackout zu enden droht. (Das erwartet Sie im kommenden Winter in Deutschland: Die Rationierung von Strom, Gas und Benzin)

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Deutschlands grüne Energiewende gefährdet die Stromversorgung in ganz Europa 

Schuld daran ist mitunter auch Deutschland. Durch das schrittweise Abschalten der konventionellen Kraftwerke infolge der Energiewende in Deutschland hat sich das Risiko eines Blackouts in Europa deutlich erhöht. Denn Photovoltaikanlagen und Windräder sind nicht dazu in der Lage, konstant Strom zu produzieren. Das liegt daran, dass sie von externen Faktoren wie passenden Wetterbedingungen abhängig sind. Was ist, wenn kein Wind geht oder in den Wintermonaten weniger Sonne scheint? Woher kommt dann der Strom?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Bonn bewertete  in seiner aktuellen Übersicht mitunter auch deswegen die Wahrscheinlichkeit, dass in Deutschland eine durch einen Stromausfall verursachte Katastrophe eintritt, höher als jede andere Gefahr. Der ukrainische Energieminister Herman Haluschenko hatte Deutschland vergangene Woche deshalb die Lieferung von Atomstrom angeboten.

So könne „eine Art Versicherungspolster in Zeiten witterungsbedingt rückläufiger Erzeugung aus Solar- und Windkraftanlagen“ entstehen, schrieb er in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche. „Im Bereich der Dekarbonisierung bewegt sich die Ukraine in einer anderen Logik als Deutschland.“ Daher würde mehr als die Hälfte des ukrainischen Stroms in Atomkraftwerken erzeugt:

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Damit kann die Ukraine, die seit dem 16. März ihr Energienetz mit dem Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber synchronisiert hat, zum Outsourcer von Strom für Deutschland werden.

Frankreichs Atommeiler stehen plötzlich still

Der andere Grund für den drohenden Blackout in Europa findet sich in Frankreich. Dort hat sich von der Bevölkerung weitestgehend unbemerkt eine zweite Stromkrise zusammengebraut. Frankreich betreibt 56 Kernkraftwerke, die nicht nur das Land, sondern auch Deutschland und die Schweiz mit Strom versorgen – normalerweise –, denn derzeit ist mehr als die Hälfte der Leistung französischer Atomkraftwerke nicht verfügbar. Zwölf der sonst 56 Reaktoren musste der staatlich kontrollierte Energiekonzern EDF nach eigenen Angaben unvorhergesehen vom Netz nehmen, nachdem an vielen Reaktoren Korrosionsschäden an Schweißnähten festgestellt wurden.

 

Diese sogenannten „Spannungsrisskorrosionen“ beträfen das Leitungssystem, über das im Notfall borhaltiges Wasser in den Primärkreislauf, den sicherheitskritischen Bereich des Reaktors, eingeleitet werden kann. Von den Korrosionsschäden seien jedoch nicht nur die älteren Anlagen betroffen, erklärte EDF, sondern auch die modernsten und leistungsstärksten Kraftwerke in Frankreich.

https://mg.mgid.com/mghtml/framehtml/c/p/r/pravda-tv.com.1149079.html

Deshalb ist zu befürchten, dass bei den noch anstehenden Untersuchungenweiterer Reaktoren auch weitere Korrosionsschäden gefunden werden. Das wäre eine Katastrophe für die Energiesicherheit in Europa, denn die Reparaturen dauern Monate.

Neben den unvorhergesehenen Abschaltungen stehen gegenwärtig auch mehr Kernkraftwerke als üblich wegen routinemäßiger Wartungsarbeiten still. Außerdem mussten einige Reaktoren wegen warmer Flusswassertemperaturenals Folge der Hitzewelle im Juni heruntergefahren werden, weil das zu warme Wasser nicht mehr als dringend benötigtes Kühlwasser verwendet werden konnte.

Weshalb ist die Stromversorgung gefährdet?

Vieles hängt dabei vom instabilen Stromnetz ab. Es sind  nicht viele Faktoren nötig, um das empfindliche System zum kompletten Absturz zu bringen. Auch wenn Wind und Sonne nicht immer zur Verfügung stehen, muss das europäische Stromnetz stets ausglichen sein. Wird dieses nicht konstant bei 50 Hertz Netzfrequenz stabilisiert, drohen Stromausfälle. Bei einer zu starken Abweichungen der Netzfrequenz vom Idealwert droht sogar der Zusammenbruch der Stromversorgung – ein Blackout.

Sobald bei einem Unterangebot von Strom ein Wert von 47,5 Hertz unterschritten wird, beginnen sämtliche Kraftwerke damit, sich selbstständig abzuschalten – europaweit. Ein schnelles Wiederhochfahren des komplexen Systems ist dann nicht mehr möglich. Europa wäre zurück in der Steinzeit.

Fiele der Strom nur ein paar Tage über mehrere Länder hinweg aus, kämen die Menschen schnell an ihre Grenzen, weil „zum Beispiel die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen und die Versorgung auch mit Dieselkraftstoff für die Notstromaggregate problematisch werden würde“, erklärte Wolfram Geier vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

So gäbe es ohne Strom nicht nur kein Licht, sondern auch keine Toilettenspülung, keine Heizung und auch kein Internet. Züge und Straßenbahnen würden nicht mehr fahren und auch die kritische Infrastruktur käme zum Erliegen. Es beträfe zudem Operationen, die nicht mehr durchgeführt werden könnten, wie das Finanzsystem. Wirklich alles stünde still – mit katastrophalen Konsequenzen. Deshalb warnt das Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags bereits seit Jahren vor einem Blackout:

„Die Folgenanalysen haben gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden.“

Kohlekraftwerke sollen helfen – doch es gibt Probleme 

Angesichts des auch wegen der Folgen des Krieges in der Ukraine drohenden Zusammenbruchs der Energieversorgung plant Deutschland derzeit deshalb auch, stillgelegte Kohlekraftwerke wieder hoch zufahren. Nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) läge der Vorteil der Kohlekraftwerke darin, dass die Betreiber sie mit relativ kurzer Vorlaufzeit hochfahren könnten. Der Grünen-Politiker macht den Kraftwerksbetreibern deshalb schon jetzt ordentlich Druck.

Diese sollten sich demnach „darauf einstellen, dass alles so bald wie möglich einsatzbereit ist“. Doch ob die Kohlekraftwerke tatsächlich kurzfristig hochgefahren werden können, ist fraglich.

Viele Kraftwerksbetreiber waren wegen der durch die Bundesregierung beschlossenen Zwangsstilllegungen ihrer Kraftwerke vor wenigen Jahren gezwungen, den ihnen daraus entstanden wirtschaftlichen Schaden zu mindern. Es folgten Entlassungen und für den Betrieb der Anlagen benötigte Teile wurden ins Ausland verkauft. Zweifel daran, ob die Kraftwerke das nötige Personal, die Kohle und die Ersatzteile haben, um kurzfristig wieder einsatzbereit zu sein, gibt es bei der Bundesregierung jedoch offensichtlich nicht. Denn ob es überhaupt machbar ist, die Anlagen wieder hochzufahren, wurde vor den Verlautbarungen Habecks seltsamerweise nicht überprüft.

Sollte das Hochfahren doch nicht so einfach klappen, droht Deutschland trotz der ukrainischen Stromlieferungen eine Energiekatastrophe. Und dieser Verdacht scheint sich nun zu bewahrheiten. So erhob unter anderem der Energiekonzern Vattenfall Einwände gegen die Forderungen der Bundesregierung nach einem Wiederanfahren des stillgelegten Kohlekraftwerks Moorburg.

„Als Kohlekraftwerk darf es nach den geltenden Regularien nicht mehr betrieben werden und es wäre technisch und wirtschaftlich auch nicht vernünftig darstellbar“, erklärte eine Sprecherin von Vattenfall am Montag der dpa. Deshalb bereite Vattenfall auch weiter den Rückbau des Kraftwerks im Hamburger Hafen vor. Die noch rund 90 Beschäftigten im Kraftwerk hätten demnach bereits damit begonnen, die Systeme zu entleeren, so die Sprecherin weiter.

Zudem seien bereits Ersatz- und Reserveteile des Kraftwerks sowie Großkomponenten von Turbinen, Generatoren, Transformatoren und Messeinrichtungen verkauft worden. Ohne diese Teile ist ein Wiederanfahren des Kraftwerks ohnehin nicht möglich.

Daneben steht den Plänen der Bundesregierung auch ein herrschender Mangel an Fachkräften entgegen, da diese im Zuge der Schließungen in Frührente geschickt oder gekündigt werden mussten. Angesichts der akuten Lage stößt das nun bitter auf. Somit ist fraglich, ob die Einspeisung von ukrainischem Strom in das europäische Netz die drohende Katastrophe überhaupt noch verhindern kann. Zwar konnten flächendeckende Stromausfälle bisher noch verhindert werden, allerdings nur knapp.

Zuletzt stand Europa am 8. Januar 2021 kurz davor, im Dunkeln zu versinken. An diesem Tag war die Frequenz von 50 Hertz auf etwas mehr als 49,7 Hertz abgesackt. Dieser minimale Unterschied hätte beinahe einen europaweiten Stromausfall provoziert. Zwar ist auch an diesem Tag wieder alles gut ausgegangen, doch da die autonome Steuerung der sensiblen Infrastruktur kein Abwarten kennt, rückt ein Blackout angesichts der derzeitigen Energiekrise immer näher.

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Quellen: PublicDomain/de.rt.com am 03.07.2022

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One thought on “Blackout rückt näher: Energie-Engpass in Deutschland schlimmer als in einem Kriegsland”

  1. catjasagt: Das »Event« ► 14 Tage bis 4 Wochen danach werden alle Lagerbestände aufgebraucht seinhttps://www.youtube.com/embed/W5H_gDSr88c?version=3&rel=1&showsearch=0&showinfo=1&iv_load_policy=1&fs=1&hl=de-DE&autohide=2&wmode=transparent Antworten

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