Jens Spahn ist überfordert. Warum aber entdeckt die SPD das erst jetzt?

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Jens Spahn ist überfordert. Warum aber entdeckt die SPD das erst jetzt?

Stand: 09.06.2021 | Lesedauer: 2 Minuten Von Alan Posener

Die SPD-Chefs attackieren lautstark Pläne des Gesundheitsministers, nach einem umstrittenen Verfahren zertifizierte Corona-Masken etwa an Obdachlose auszugeben. Sie legen Spahn den Rücktritt nahe. Der fordert nun vom Koalitionspartner eine Entschuldigung.

Quelle: WELT Autoplay Es gibt einiges, was in dieser Pandemie nicht gut gelaufen ist: falsche Risikoeinschätzung am Anfang, Einkauf minderwertiger Schutzware aus China, Betrug in Testzentren. Aber ausgerechnet jetzt zieht die SPD das Maskenthema hoch und gibt sich empört. Das ist verräterisch. 265  Kommentare

Der Satz von Jens Spahn vom Frühjahr 2020 hat das Zeug zum geflügelten Wort: „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“ Man fragt sich, was ein Politiker dem Volk verzeihen zu müssen glaubt; das Volk ist aber nach „ein paar Monaten“ plus ein Jahr immer weniger geneigt, dem Bundesgesundheitsminister zu verzeihen.

Pleiten, Pech und Pannen pflastern seinen Weg. Im Januar 2020 meinte Spahn noch, der Krankheitsverlauf beim Coronavirus sei milder als bei einer Grippe, man werde einen Ausbruch mit „deutlich milderen Mitteln“ als China in den Griff bekommen, wie etwa bei den Masern. „Im Fall der Fälle weiß jeder, was er zu tun hat.“ Lesen Sie auch

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Es folgten das Chaos der ersten Monate, das Fehlen von Schutzkleidung, der Zusammenbruch europäischer Solidarität, das Versagen der EU-Kommission bei der Impfstoffbeschaffung, der Einkauf minderwertiger Schutz- und Testware aus China, die Masken-Provisionsaffäre, Testzentren, die zu Goldgruben für Betrüger wurden, und in diesen Tagen Betriebsärzte, die mangels Vakzin nicht impfen können. Anzeige

Jens Spahn ist überfordert.

Warum aber entdeckt die SPD das erst jetzt? Warum verfallen die Vorsitzenden der Mitregierungspartei in einen Paroxysmus moralischer Empörung, weil Spahns Ministerium vor anderthalb Jahren für etwa eine Milliarde Euro minderwertige Masken gekauft hat, die es an Hartz-IV-Empfänger, Behinderte und Obdachlose verteilen wollte? Lesen Sie auch

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„Unwürdig und menschenverachtend“ findet das Norbert Walter-Borjans; „menschenverachtend“, wiederholt Saskia Esken. Als ob es irgendeinem Obdachlosen besser ginge, wenn er gar keine Maske hätte. Die betreffenden Masken sind inzwischen in der Nationalen Reserve Gesundheitsschutz eingelagert. Völlig untauglich können sie also kaum sein. Anzeige

Wäre nicht bald Bundestagswahl, hätte Angela Merkel längst ihren glücklosen Gesundheitsminister zum Rücktritt gedrängt. Wäre nicht bald Bundestagswahl, die SPD würde ihn nicht zum Rücktritt auffordern. Bedenklich, dass eine für die Volksgesundheit so wichtige Personalie nur noch nach wahltaktischen Kriterien verhandelt wird. https://cdn.podigee.com/podcast-player/podigee-podcast-player.html?id=pdg-13227a76&iframeMode=script

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KOMMENTARE (265)


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Werden Sie Teil unserer exklusiven Community.ANGEBOTE ANZEIGENSIE HABEN BEREITS EIN KONTO?FAQ | NUTZUNGSREGELNKommentare anzeigen10Sortieren nachNEUESTEKOMMENTARE NEU LADENTMTasha M.vor 48 Minuten Womit ist die SPD denn nicht überfordert….LINK 0


LSLorena S.vor 2 Stunden Wer aus der Regierung \ Opposition wäre auf Spahn‘s Sessel nicht überfordert gewesen ? Hier liegt Systemversagen vor, damit sind nicht nur aber insbesondere alle Parteien gemeint ! Wer zieht die Lehren und Konsequenzen aus diesem Versagen in seinem Wahlprogramm ?LINK 1


NENEW EXAMPLES vor 4 Stunden Was hat er bezahlt, dass man Ihm jetzt schnell noch in die Staatsrente/Pension vor der Wahl schicken will. Projekt Minsterrente mit Wiedereingliederung durch die Agentur für Arbeit. So eine kleine Familie-Villa auch bezahlt werden. Wie wäre es liebe unabhängige Journalisten mit einer wertfreien Gegenüberstellung der finanziellen Versorgungsmodelle mit einer Entlassung vor der Wahl und einer Abwahl bzw. nicht Wiederwahl bei der Bundestagswahl im Herbst.LINK 1


EBEckhard B.vor 4 Stunden Spahn liebt Pressekonferenzen. Um die durchsetzung seiner Ankündigungen – als Behördenleiter – kümmerte er sich fast nie. LINK 0


JIJimBobvor 5 Stunden Da die SPD schon seit Jahren mit sich selbst überfordert ist und sich zumindest mit dieser Eigenschaft in eine Reihe mit Spahn stellt, kann man aus der Partei heraus nicht viel mehr erwarten. Ich denke, dass bis zur BTW jedes dankbare Thema mit einem kritischen Rundumschlag gegen alle anderen Parteien und ihre Akteure medial ausgeschlachtet wird. Das ist nichts anderes als Trainingslager für die baldige Oppositionsbank. LINK 1


ANTWORTEN AUSBLENDEN EBEckhard B.vor 4 Stunden Es ist interessant. Olaf Scholz ist der beliebteste Kanzlerkandidat. Aber die Vorsitzenden seiner Partei sind die am wenigsten Geliebten.LINK 01 WEITERE ANTWORT EINBLENDEN


FFFranz F.vor 6 Stunden „Bedenklich, dass eine für die Volksgesundheit so wichtige Personalie nur noch nach wahltaktischen Kriterien verhandelt wird.“ Zum letzten Satz: man bedenke, warum Jens Spahn überhaupt Gesundheitsminister wurde. Er war „damals“, also zur Zeit der letzten Bundestagswahl, die größte „Gefahr“ für Frau Merkel, und bisher war die politische Karriere für fast jeden ab dem Moment beendet, ab dem der Posten „Gesundheitsminister“ oder „Gesundheitsministerin“ als neuer Aufgabenbereich zugewiesen wurde. Spricht heute noch jemand von Philipp Rösler, Ulla Schmidt, Daniel Bahr oder Hermann Gröhe? Der einzige noch wirklich politisch aktive ehemalige Gesundheitsminister, welcher sich mehr oder weniger in Ämtern hielt und hält, das ist Horst Seehofer.LINK 2


HMHansberndt M.vor 6 Stunden „Jens Spahn ist überfordert. Warum aber entdeckt die SPD das erst jetzt?“ Die viel spannendere Frage ist: warum haben das die allgemein verteufelten non-Mainstreammedien zuerst gesehen und auch beschrieben, nicht jedoch die „Qualitätsmedien““, auch nicht die WELT?LINK 0


MGMichael G.vor 6 Stunden Anfang letzten Jahres gab es keine Masken für die Bevölkerung, schon gar keine zertifizierten. Nicht für die Deutschen, nicht für die Europäer, nicht für die Amerikaner, die Russen, die … Die Italiener starben wie die Fliegen. Weltweit stiegen die Fallzahlen exponetiell. Viele Staaten erhoben Ausfuhrbeschränkungen auf medizinische Schutzausrüstung. Das war die Ausgangslage. In Abstimmung zwischen von CDU und SPD geführten Ministerien wurden Teststandards für Schutzmasken vereinbart. Einmal für Arbeitsschutzmasken und einmal für private Schutzmasken. Erstere mußten noch u.a. einen Temperaturzyklus bestehen, die Schutzwirkung war für beide gleich. Die eingekauften, chinesischen Masken wurden nach diesen vereinbarten Teststandarts geprüft. Der Preis für diese Masken war im Rückblick allerdings überteuert. Was die beiden SPD Vorsitzenden Esken und Borjans hier betreiben ist ein schäbiges Spiel. Nachdem sie die SPD in die Bedeutungslosigkeit führten werfen sie jetzt Nebelbomben. Keine Kampagne ist ihnen zu dreckig. LINK 1


UKUlrich K.vor 6 Stunden Scheuer und Spahn sind seit einer gefühlten Ewigkeit untragbar, völlig inkompetent, aber mit einer perfekten Teflonschicht ausgestattet. Der Skandal: Eine inzwischen völlig gleichgültige Kanzlerin lässt sie gewähren. Das Schlimme aber ist, dass das tumbe Wahlvolk sie mangels vernünftiger Alternativen (Scholz, Baerbock, AfD etc.) am Ende doch wählt. Es ist zum Heulen und zum Kotzen!LINK 2


JCJim C.vor 7 Stunden Überfordert ist nicht nur Spahn, sondern die gesamte Bundesregierung bis rauf zur allwissenden Kanzlerin. Spahn selbst ist noch das kleinste Rad, wurde er doch bereits vor über einem Jahr von Frau Merkel entmachtet und die wahren Entscheidungen zunächst in der Ministerpräsidentenkonferenz, später alleine im stillen Kämmerlein durch die GröKaz getroffen.LINK 4


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