Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/7

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/7

Ich wurde einmal zu einer Rede vor den Studenten der Palmer School in Davenport,
Iowa, eingeladen. Mein Manager traf die üblichen Vereinbarungen,
welche damals vorsahen, dass ich pro Vortrag hundert Dollar plus Spesen

erhalten sollte.

Als ich in Davenport eintraf, erwartete mich am Bahnhof ein Begrüßungskomitee
und am Abend wurde mir ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Ich
lernte viele interessante Menschen kennen und lernte auch meinerseits noch
eine Menge hinzu. Als man mich bat, meine Rechnung vorzulegen, damit mir
die Schule den Scheck ausstellen könnte, sagte ich deshalb, dass ich durch
diesen Empfang und durch das, was ich hier gelernt hatte, bereits mehr als
ausreichend bezahlt worden sei. Ich lehnte jede weitere Entlohnung ab und
kehrte wieder nach Chicago zurück.
Am nächsten Morgen trat Dr. Palmer vor zweitausenden Studenten und

teilte ihnen das mit, was ich ihm am Vortag gesagt hatte. Er fügte hinzu:

„In den zwanzig Jahren, seit ich dieser Schule vorstehe, habe ich Dutzende
von Rednern hier gehabt, aber dies ist das erste Mal, dass jemand auf sein
Honorar verzichtet, weil er der Meinung ist, dass er bereits auf andere Weise
bezahlt worden sei. Dieser Mann ist der Herausgeber einer landesweit erscheinenden
Zeitschrift und ich empfehle jedem von Ihnen, diese Zeitschrift
zu abonnieren, weil ein solcher Mann viel zu sagen hat, das jedem von Ihnen

im späteren Berufsleben von unschätzbarem Wert sein wird“.

Um die Mitte der Woche hatte ich bereits $ 6.000 für Abonnements erhalten
und in den darauffolgenden zwei Jahren kamen über diese zweitausend
Studenten und ihre Freunde insgesamt über $ 50.000 an Abonnementgebühren
herein.
Sagen Sie mir, wie ich $ 100 besser hätte investieren können, als auf mein
Honorar zu verzichten und auf diese Weise das Gesetz der zunehmenden
Rendite in Gang zu setzen?!
Wir machen im Leben zwei wichtige Zeitabschnitte durch:
Einer ist die Zeit, in der wir Wissen ansammeln, sichten und ordnen, der andere
ist die Zeitspanne, in der wir um Anerkennung kämpfen.
Erst müssen wir etwas lernen, was mehr Einsatz verlangt, als die meisten
aufbringen wollen. Nachdem wir viel gelernt haben, das für andere von Nutzen
ist, stehen wir vor dem Problem, dass wir andere davon überzeugen müssen,
dass wir ihnen etwas zu bieten haben.
Einer der Hauptgründe, warum wir nicht nur bereit, sondern willens sein
sollten, unverlangte Extraleistungen zu erbringen, ist der Umstand, dass wir
dabei jedes Mal eine weitere Chance erhalten, um jemanden zu beweisen,
was in uns steckt. Wir gehen ein Schrittchen weiter, um die notwendige Anerkennung
zu erhalten, die jeder von uns braucht.
Statt der Welt zu sagen: „Zeigt mir euer Geld und ich zeige euch, was ich
kann“, drehen wir den Spieß um und sagen: „Lasst mich zeigen, was ich kann,
und wenn euch das gefällt, dann werfe ich vielleicht auch einen Blick auf euer
Geld“.

Im Jahre 1917 arbeitete eine gewisse Dame, die an die fünfzig Jahre alt
gewesen sein mag, als Stenographin für fünfzehn Dollar die Woche. Wollte
man aufgrund dieses Lohns eine Aussage über ihre beruflichen Fähigkeiten
treffen, so würde diese nicht sehr schmeichelhaft ausfallen.
Letztes Jahr verdiente dieselbe Dame als Rednerin über $ 100.000!
Wo kommt dieser gewaltige Unterschied her? Hier ist die Antwort:
Dieser Unterschied rührt aus der Gewohnheit, mehr und bessere Leistungen
zu erbringen als nur die, die von ihr erwartet wurden. Auf diese Weise nutzte
sie das Gesetz der zunehmenden Rendite!
Diese Dame ist im ganzen Land wohlbekannt und ist jetzt eine prominente
Vortragsreisende im Bereich der angewandten Psychologie.
Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen aufzeige, wie Sie das Gesetz der zunehmenden
Rendite anwandte: Zuerst reist sie in eine Stadt und gibt eine Reihe
von fünfzehn kostenlosen Vorträgen. Jeder ist als Zuhörer willkommen und
braucht nicht einen Cent zu bezahlen.
Bei diesen fünfzehn Gratisvorträgen hat sie die Möglichkeit, ihr Können unter
Beweis zu stellen. Nach Abschluss dieser Reihe kündigt sie die Gründung einer
Klasse an, wofür sie fünfundzwanzig Dollar pro Teilnehmer verlangt.
Das ist alles!
In einem Bereich, in dem sie ein kleines Vermögen für die Arbeit eines Jahres
verlangt, gibt es wesentlich sachkundigere Leute, die kaum von ihrer Tätigkeit
leben können, schlichtweg deshalb, weil sie sich mit den Grundlagen, auf denen
die vorliegende Lektion aufbaut, nicht vertraut gemacht haben.
Überlegen Sie bitte folgendes:
Wenn eine fünfzigjährige Frau ohne außergewöhnliche Qualifikationen das
Gesetz der zunehmenden Rendite dazu nutzen kann, um sich von einer Stenographin
mit einem Wochenlohn von fünfzehn Dollar zu einer Vortragsreisenden
mit einem Jahresgehalt von hunderttausend Dollar emporzuschwingen,

warum können Sie dann dasselbe Gesetz nicht dafür verwenden, um einen
Vorsprung zu erhalten, den Sie momentan noch nicht besitzen?

Hasten Sie nicht nicht gleich weiter zum Rest dieser Lektion – beantworten
Sie sich diese Frage!

Sie arbeiten daran – vielleicht zaghaft, vielleicht zielstrebig – um Ihren Platz auf
der Welt zu finden. Vielleicht könnten Sie mit Ihrem Einsatz außergewöhnliche
Erfolge erreichen – wenn Ihr Einsatz mit dem Gesetz der zunehmenden
Rendite gekoppelt wäre!

Sie schulden es sich deshalb, herauszufinden, wie Sie dieses Gesetz optimal
anwenden können.

Blättern Sie jetzt nochmals zur Frage auf der vorher gehenden Seite zurück,
denn ich bin entschlossen, Sie nicht leichtfertig darüber hinweggehen zu lassen.
Versuchen Sie zumindest eine Antwort!

Denn bei dieser Frage geht es um etwas, das sich nachhaltig auf Ihre Zukunft
auswirkt. Wenn Sie ihr aus dem Wege gehen, können Sie dieses Versäumnis
nur sich selbst anlasten.

Natürlich steht es Ihnen frei, diese Lektion nach der Lektüre beiseite zu legen
und keinen weiteren Nutzen daraus zu ziehen. Aber dann werden Sie sich nie
mehr im Spiegel anblicken können, ohne dass ein Gefühl an Ihnen nagt – das
Gefühl, dass

Sie sich selbst beschummelt haben.
Sie haben sich selbst beschwindelt!

Dies mag nicht die diplomatischste aller Aussagen sein. Aber Sie haben diesen
Kursus in der Absicht begonnen, Fakten zu erhalten. Diese erhalten Sie
hiermit ohne Umschweife oder Beschönigungen.
Nachdem Sie diese Lektion studiert haben, empfehle ich Ihnen, nochmals
die Lektionen über Eigeninitiative und Führungsqualitäten sowie über Begeisterung
zu lesen. Sie werden diese vorher gehenden Lektionen nunmehr
besser verstehen.

In diesen früheren Lektionen sowie in der vorliegenden Kurseinheit wird die
Notwendigkeit aufgezeigt, Eigeninitiative zu ergreifen und danach massive
Aktionen zu ergreifen sowie unverlangte Extraleistungen zu erbringen.
Wenn Sie Ihrem Unterbewusstsein diese Grundsätze unauslöschlich einprägen,
werden Sie ein anderer Mensch sein. Ich mache diese Aussage unabhängig
davon, wer Sie jetzt sind oder in welchem Bereich Sie momentan tätig
sind.

Sollten Sie diese unverblümten Aussagen verärgert haben, so freue ich mich
für Sie. Denn dann konnte ich damit etwas bewegen.

Wenn Sie nun freundlicherweise dem Rat eines Mannes, der auf eine lange
Serie von Fehlern zurückblicken kann und der dabei einige Grundwahrheiten
des Lebens kennen gelernt hat, Folge leisten und ihren eventuellen Unmut
hinunter schlucken wollen, und sich fortan darum bemühen, unverlangte Extraleistungen
zu erbringen, werden Sie dafür fürstlich belohnt werden!

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Fortsetzung folgt!