Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/5

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/5

Marshall Field war vermutlich der führende Kaufmann seiner Zeit und das
große Kaufhaus in Chicago, das seinen Namen trägt, ist ein Monument für
die Richtigkeit des Gesetzes der zunehmenden Rendite.
Eine Kundin erstand bei Field eine teuere Weste, trug sie aber nicht. Zwei
Jahre später schenkte sie sie ihrer Nichte zur Hochzeit. Die Nichte gab die
Weste stillschweigend wieder bei Field zurück und tauschte sie gegen eine
andere Ware um, obwohl die Weste mittlerweile zwei Jahre alt war und nicht
mehr der aktuellen Mode entsprach.
Field nahm die Weste nicht nur zurück, sondern – was noch wichtiger ist –
stellte keine weiteren Fragen!
Natürlich war das Kaufhaus weder gesetzlich noch moralisch zur Rücknahme
einer veralteten Weste verpflichtet; dies macht die Transaktion jedoch
nur noch bedeutender.
Die Weste kostete ursprünglich fünfzig Dollar. Natürlich musste sie auf den
Ausverkauftisch gelegt werden und das Kaufhaus musste sich mit dem Preis
zufrieden geben, den eine andere Kundin dafür eventuell zu zahlen bereit war.
Der intelligente Student der menschlichen Natur wird jedoch verstehen, dass
das Kaufhaus nicht nur nichts verlor, sondern sogar noch einen Gewinn bei
dieser Transaktion machte. In Dollar und Cent lässt sich dieser Gewinn nicht
ausdrücken.
Die Frau, die die Weste zurückgab, wusste, dass sie keinen Anspruch auf einen
Rabatt hatte. Als das Kaufhaus ihr etwas gab, worauf sie keinen Anspruch
hatte, gewann es damit eine Stammkundin. Doch damit nicht genug. Denn die
Frau erzählte diese Begebenheit herum und schwärmte von der „fairen Behandlung“,
die man ihr angedeihen hat lassen. Eine Reihe von Frauen redete
tagelang darüber – und das Kaufhaus erhielt zehnmal mehr Werbung als die
Weste wert war.
Der Erfolg des Kaufhauses beruhte größtenteils darauf, dass Marshall Field
das Gesetz der zunehmenden Rendite verstand. Nicht zuletzt deshalb stammt
von ihm der Spruch: „Der Kunde hat immer recht!“
Wenn Sie nur das tun, wofür Sie bezahlt werden, gibt es nichts Außergewöhnliches,
was sich über Ihre Arbeit sagen ließe. Wenn Sie aber von sich
aus mehr tun, als von Ihnen erwartet wird, zieht Ihr Verhalten die Aufmerksamkeit
aller übrigen Personen, die an einer Transaktion beteiligt sind, positiv
auf sich. Auf diese Weise schaffen Sie sich einen Ruf, der letztendlich das
Gesetz der zunehmenden Rendite auslösen wird, denn dieser Ruf wird eine
große Nachfrage nach Ihren Leistungen oder Angeboten schaffen.

…………………………………………………………..

Carol Downes war beim Automobilhersteller W. C. Durant in einer untergeordneten
Position beschäftigt. Heute ist er Mr. Durants rechte Hand und
Präsident eines seiner Autohandelsunternehmen. Er sorgte für diesen Aufstieg,
indem er sich des Gesetzes der zunehmenden Rendite bediente und
mehr und bessere Leistungen erbrachte als nur die, die von ihm erwartet
wurden.

„Als ich bei Mr. Durant anfing“, berichtete er mir „fiel mir auf, dass er immer
sehr lange im Büro blieb, nachdem die anderen bereits alle nach Hause
gegangen waren. Eines Tages blieb ich ebenfalls noch nach der üblichen
Arbeitszeit im Büro. Niemand hatte mich darum gebeten, aber ich dachte
mir, jemand sollte Mr. Durant zur Hand gehen, falls er Hilfe brauchen sollte.
Vielleicht könnte ich ihm eine Akte bringen oder mich anderweitig nützlich
zeigen. Mit der Zeit hatte sich Mr. Durant daran gewöhnt, dass ich zur Stelle
war und rief mich zu sich, wenn er etwas brauchte. Das ist so ziemlich alles,
was ich dazu sagen kann“.

„Er hatte sich daran gewöhnt, dass ich zur Stelle war!“

Lesen Sie diesen Satz nochmals und denken Sie über seine Aussage nach!
Wieso hatte sich Mr. Durant daran gewöhnt, Mr. Downes zu rufen?
Weil sich Mr. Downes vorgenommen hatte, zur Stelle zu sein. Er war für Mr.
Durant sichtbar. Er begab sich absichtlich in eine Position, in der er eine Leistung
erbringen oder einen Dienst erweisen konnte, so dass das Gesetz der
zunehmenden Rendite wieder auf ihn zurückfallen musste.
Wurde ihm das aufgetragen? Nein!
Wurde er dafür bezahlt? Ja!
Er wurde dafür bezahlt, indem er die Gelegenheit erhielt, die Aufmerksamkeit
eines Mannes auf sich zu ziehen, in dessen Macht es stand, ihn zu befördern.

Wir gelangen jetzt zum wichtigsten Teil dieser Lektion, weil Sie das Gesetz
der zunehmenden Rendite ebenso nutzen können, wie Mr. Downes dies tat
und weil Sie dieses Gesetz exakt auf dieselbe Weise anwenden können, wie er
es tat, nämlich, indem Sie zur Stelle sind und Ihre Dienste freiwillig anbieten,
wo andere dies nicht tun, weil sie dafür nicht bezahlt werden!

Stopp!
Verfallen Sie jetzt nicht in die ausgeleierte Ausrede, die den meisten jetzt in
den Sinn kommt: „Aber mein Chef ist anders, bei dem funktioniert das nicht“. Denken
Sie nicht einmal daran!
Natürlich ist er anders. Jeder ist anders – aber in vielem sind wir Menschen
auch gleich. Ein Punkt, bei dem alle Menschen gleich sind, ist, dass wir alle ein
bisschen eigennützig sind, zumindest eigennützig genug, um einen Mann wie
Carol Downes nicht zur Konkurrenz ziehen zu lassen. Und diese Eigenützigkeit
kommt Ihnen zugute, falls …
Sie sich so nützlich machen können, dass der Mensch, dem Sie Ihre Leistungen
anbieten wollen, ohne Sie nicht mehr auskommen kann!
Eine der lukrativsten Beförderungen, die mir je zuteil wurden, verdanke ich
einem Vorfall, der so unbedeutend schien, dass er kaum erwähnenswert ist.
Eines Samstag-Nachmittags kam ein Anwalt, dessen Kanzlei sich auf demselben
Stockwerk befand, wie das Büro meines Arbeitgebers, und wollte wissen,
wo er einen Stenographen finden könne, weil er an diesem Nachmittag
noch einige Schriftstücke diktieren müsse.

Ich sagte ihm, dass unsere Stenographen bereits zum Baseballspielen gegangen
seien und dass ich ebenfalls bereits weg gewesen wäre, wenn er fünf
Minuten später erschienen wäre, aber ich würde mich freuen, ihm behilflich
sein zu dürfen, da ich mir ein Baseballspiel ja auch jeden anderen Tag ansehen
könne und seine Arbeit doch dringend wäre.

Ich erledigte die Arbeit für ihn und als er fragte, wieviel er mir schulde, sagte
ich „Oh, etwa tausend Dollar, weil‘s für Sie ist. Bei jemand anders würde ich
gar nichts verlangen“. Er lächelte und bedankte sich.
Natürlich hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass er mir für diese
Nachmittagsarbeit tausend Dollar bezahlt hätte – aber genau das tat er!
Sechs Monate später – ich hatte diesen Vorfall bereits vergessen – kam er
nochmals vorbei und fragte, wie hoch mein Gehalt sei. Ich antworte ihm wahrheitsgemäß
und er teilte mir mit, dass er mir die tausend Dollar bezahlen
würde, die ich spaßeshalber erwähnt hatte, als ich ihm vor einem halben Jahr
aushalf. Diese tausend Dollar bezahlte er mir, indem er mir eine Arbeitsstelle
bot, bei der ich tausend Dollar im Jahr mehr verdiente als bisher!
Unbewusst hatte ich an diesem besagten Nachmittag das Gesetz der zunehmenden
Rendite in Gang gebracht, indem ich auf ein Baseballspiel verzichtete
und einen Dienst erbrachte, der dem Wunsch entstand, einen Gefallen zu
tun und dem keine finanzielle Erwägungen zugrunde lagen.
Ich war keineswegs verpflichtet, meinen Samstag-Nachmittag zu „opfern“ –
es war mir ein Vergnügen!
Und es erwies sich als ein sehr lukratives Vergnügen, weil es mir eine verantwortungsvollere
und um tausend Dollar besser bezahlte Position verschaffte.
Auch Carol Downes war nicht verpflichtet, bei der Stelle zu sein und sich
nach dem üblichen Büroschluss noch in der Nähe seines Chefs aufzuhalten.
Er nahm sich das Recht und diese Recht brachte ihm innerhalb eines Jahres
größere Aufgaben und besseren Lohn als er in einem ganzen Berufsleben
hätte erreichen können, wenn er sich dieses Recht nicht genommen hätte.
Ich habe über fünfundzwanzig Jahre lang über dieses Vorrecht nachgedacht,
mehr und bessere Leistungen zu erbringen als nur die, die von mir erwartet
wurden, und meine Gedanken haben mich zu den Schluss geführt, dass eine
einzige Stunde unverlangter Extraleistungen mehr Rendite bringen kann
als die in der übrigen Zeit des Tages erbrachten Leistungen.
Das Gesetz der zunehmenden Rendite ist keineswegs meine Erfindung. Ich
nehme auch nicht für mich in Anspruch, dass ich das Prinzip unverlangter Extraleistungen
entdeckt hätte. Ich habe diese Erfolgsvoraussetzungen lediglich
nach jahrelanger sorgfältiger Beobachtung übernommen, genauso wie Sie
sie in Ihre Lebenspraxis übernehmen können, sobald Sie ihre Bedeutung und
ihren herausragenden Stellenwert verstanden haben.
Sie könnten die Eingliederung dieser Prinzipien in Ihren Alltag zum Beispiel bereits

jetzt beginnen, indem Sie ein Experiment versuchen, das Ihnen den Blick

für Fähigkeit schärft, von deren Existenz Sie vielleicht gar nichts wussten.

S. 343

Fortsetzung folgt!

Ein Gedanke zu “Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 8/5

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