Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 6/6

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 6/6

Es gab durchaus Zeiten – und sie waren nicht wenige -, in denen die getreue

Befolgung dieses Prinzips Hunger für mich bedeutete!

Es gab Zeiten, in denen meine engsten Freunde und Geschäftspartner mich
drängten, meine Ansicht zu Gunsten eines kleines Vorteils hier und einer
Begünstigung dort hintenan zu stellen, aber irgendwie habe ich es immer
geschafft, diesem Grundsatz treu zu bleiben, vermutlich deshalb, weil ich Seelenfriede
und innere Ausgeglichenheit dem materiellen Gewinn vorgezogen
habe, den ich bei einer Beugung dieses Prinzips erreicht hätte.

So seltsam es sich anhören mag, basierten mein Entschluss und meine Festigkeit
in diesem Bereich selten auf dem, was man gemeinhin als „Ehrlichkeit“
bezeichnet. Indem ich mich in meinen Schriften und Vorträgen nur auf
das begrenzt habe, woran ich glaube, habe ich lediglich eine Abmachung zwischen
mir und meinem Gewissen eingehalten. Ich habe versucht, das, was
mir mein Herz diktierte, in Worte zu kleiden. Man könnte durchaus sagen,
dass mein Beweggrund eher ein Motiv des Eigeninteresses war und nicht so
sehr die Absicht, anderen gegenüber fair zu sein, wenngleich ich ebenfalls guten
Gewissens behaupten kann, dass ich anderen gegenüber niemals unfair
gewesen bin.
Niemand kann ein Spitzenverkäufer werden, wenn er falsche Kompromisse
eingeht. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich Sie bitte, den vorher gehenden
Grundsatz laut zu lesen und zu verinnerlichen. Er beschreibt nämlich
ein Gesetz, das Sie verstehen und anwenden müssen, bevor Sie ein Mensch
werden können, der – egal in welchem Bereich – einen Einfluss nimmt.

Ich will damit nicht ungebührlich in Ihr Leben eingreifen. Sie sind ein erwachsener,
denkender und intelligenter Mensch. Dennoch ist mir bekannt, wie leicht
es ist, diese lebenswichtigen Gesetze zu übertreten, wenn man sich nicht
eingehend genug damit beschäftigt hat, um sie als feste Lebensphilosophie
anzunehmen. Ich kenne Ihre Schwächen – denn sie sind auch die meinigen! Es
hat fünfundzwanzig Jahre eines Auf und Ab – mehr Abs als Aufs – bedurft, um
mir selbst die grundlegenden Wahrheiten vor Augen zu führen. Ich kann also
durchaus aus eigener Erfahrung sprechen.

Was meine ich mit den „grundlegenden Wahrheiten“?
Damit diese Aussage eindeutig verstanden werden möge, darf ich sie hier
erläutern:

Sie können es sich nicht leisten, durch Wort oder Tat etwas zum Ausdruck
zu bringen, an das Sie nicht glauben!

Punktum!
Warum können Sie sich das nicht leisten?

Sobald Sie mit Ihrem eigenen Gewissen Kompromisse schließen, dauert es
nicht mehr lange, bis Sie kein Gewissen mehr haben. Dann wird Sie Ihr Gewissen
nicht mehr leiten.

Nun fragen Sie mich vielleicht: „Wie kommen Sie zu dieser Aussage?“

Die Anwort lautet, dass Sie zum selben Schluss kommen werden, wenn Sie
sich selbst und andere beobachten – solche, die sich nach diesem Grundsatz
richten und auch andere, die dies nicht tun.

Falls Sie noch weitere Beweise benötigen, dann unterhalten Sie sich mit
einem Menschen, der versucht hat, sich unter Missachtung dieses Prinzips
„durchzumogeln“. Wenn dieser Mensch nicht frei heraus über seinen inneren
Zustand reden will, finden Sie seinen Seelenzustand dennoch heraus, indem
Sie ihn analysieren.

Es gibt nur eine einzige Sache auf der Welt, die einem Menschen wirkliche
und dauerhafte Macht verleiht. Diese Sache heißt Charakter! Bedenken Sie
bitte, dass Reputation nicht gleich Charakter ist. Reputation ist das, was man
von den Leuten hält, Charakter ist das, was die Leute sind!

Ein einflussreicher Mensch achtet auf seinen Charakter!
Der Charakter ist der Stein des Weisen. Ohne Charakter haben Sie nichts
und sind nichts, außer eine Ansammlung von Fleisch und Knochen. Charakter
kann man nicht stehlen und nicht kaufen. Sie können ihn nur aufbauen. Dies
geschieht über Ihr eigenes Denken und Tun – anders ist es nicht möglich.

Mit Hilfe der Autosuggestion kann jeder Mensch einen soliden Charakter erwerben,
wie seine Vergangenheit aussah, ist dabei unerheblich. Gestatten
Sie mir auch den Hinweis, dass jeder, der einen Charakter hat, auch über
genügend Begeisterung und Persönlichkeit verfügt, um wiederum andere anzuziehen,
die ebenfalls Charakter haben.

Sofern Sie nicht bereits mit Begeisterung gesegnet sind, werden Sie im Anschluss
erfahren, wie Sie vorzugehen haben, um sich diese Eigenschaft anzueignen.

Die folgenden Instruktionen sind einfach, wenn Sie darüber hinweglesen, versäumen
Sie jedoch etwas nicht wieder Gutzumachendes.

Erstens: Arbeiten Sie die verbleibenden Kurseinheiten durch, da in den
Folgelektionen ebenfalls Anweisungen enthalten sind, die mit den vorliegenden
abgestimmt werden sollten.

Zweitens: Falls noch nicht geschehen, schreiben Sie Ihr zentrales Ziel
in einfachen und klaren Worten nieder und arbeiten als nächstes einen
schriftlichen Plan aus, wie Sie dieses Ziel in Wirklichkeit verwandeln
werden.

Drittens: Lesen Sie die Beschreibung Ihres zentralen Zieles jeden
Abend vor dem Schlafengehen nochmals durch; dabei stellen Sie sich
geistig vor, dass Sie dieses Ziel bereits erreicht haben.
Bringen Sie den unerschütterlichen Glauben ein, dass Sie Ihr zentrales
Ziel verwirklichen werden!
Lesen Sie es laut und voller Begeisterung vor und betonen jedes einzelne
Wort!
Wiederholen Sie diese Lektüre solange, bis Ihnen eine kleine Stimme in
Ihnen sagt, dass Sie es erreichen werden!

Manchmal werden Sie diese innere Überzeugung bereits beim ersten
Mal verspüren, ein andermal ist es vielleicht erforderlich, diese Beschreibung
erst ein Dutzend oder auch fünfzig Mal zu lesen, bevor sich
diese innere Sicherheit einstellt.
Machen Sie in jedem Fall solange weiter, bis Sie sie spüren!

Falls Sie wollen, können Sie Ihr zentrales Ziel auch in die Form eines Gebets
kleiden.

Die weiteren Seiten dieser Lektion richten sich an Personen, die die Macht
des Glaubens noch nicht kennen und wenig oder gar nichts über das Prinzip
der Autosuggestion wissen.

Sofern Sie zu diesen Menschen gehören, darf ich Sie bitten, die Verse sieben
und acht des siebten Kapitels sowie Vers zwanzig des siebzehnten Kapitels
aus dem Matthäusevangelium zu lesen.

Eine der größten positiven Mächte auf Erden ist der Glaube. Dieser wundersamen
Macht werden Wunder der erstaunlichsten Art zugeschrieben. Sie
bieten denen, die sich ihrer bedienen, Frieden auf Erden.

Der Glaube beinhaltet ein Prinzip, das in seiner Wirkung so weitreichend ist,
dass niemand genau sagen kann, wo es aufhört – sofern es überhaupt irgendwo
aufhört. Nehmen Sie in die Beschreibung Ihres zentralen Ziels auch
eine Aussage über die Eigenschaften, die Sie sich aneignen wollen sowie
der Station, die Sie im Leben erreichen wollen, auf, und glauben Sie bei
Ihrer nächtlichen Lektüre daran, dass diese Ziele Wirklichkeit werden.

Um als Mensch erfolgreich zu sein, müssen Sie ein Tatmensch werden. Nur
etwas zu „wissen“, reicht nicht aus. Sie müssen etwas wissen und Sie müssen
etwas tun.
Die Begeisterung ist die Antriebsfeder, die dafür sorgt, dass das Wissen zur
Tat führt.
Billy Sunday ist der bekannteste Prediger dieses Landes. Um seine Technik
und seine psychologischen Methoden zu studieren, begleitete ihn der Verfasser
dieses Kurses auf drei Vortragsreisen.
Sein Erfolg beruht einzig und allein auf ….

<strong>mitreißender Begeisterung!

Indem er sich sehr wirkungsvoll des Gesetzes der Suggestion bedient, überträgt
er seine Begeisterung auf die Bewusstseine seiner Anhänger und diese
geraten in seinen Bann. Er bringt seine Predigten genauso „an den Mann“,
wie ein Spitzenverkäufer seine Ware an den Mann bringt.

Für den Verkäufer ist die Begeisterung so lebenswichtig wie Wasser für eine Ente!

Fortsetzung folgt!