Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 4/10

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 4/10

Das Leben ist
kein Becher,
der geleert werden soll,
sondern ein
Maß, das gefüllt
werden will.

Intoleranz

Eine Nachbetrachtung des Verfassers

Wenn Sie schon Vorurteile, Hass und Intoleranz zum Ausdruck bringen müssen, reden
Sie nicht nur darüber.
Schreiben Sie es auf –
und zwar in den Sand, ganz nahe am Wasser.

Die schlimmste Intoleranz stammt aus religiösen, rassistischen
und wirtschaftlichen Vorurteilen und Meinungsverschiedenheiten.

Wann werden wir endlich aufhören, einander zu vernichten, nur
weil wir unterschiedlichen Glaubensrichtungen oder anderen
Rassen angehören?

Wir verbringen nur wenig Zeit auf dieser Erde. Wie eine Kerze
werden wir angezündet, brennen eine Zeitlang und gehen dann
aus. Warum können wir unser kurzes Erdendasein nicht so verbringen,
dass wir dann, wenn die große Karawane namens Tod an
uns vorüberzieht, unsere Zelte zusammenfalten und schweigend,
ohne Furcht und Bangen, ins Land des Unbekannten mitziehen?
Wenn ich mich auf diese Reise begebe, hoffe ich, keine Juden,
Katholiken oder Protestanten, keine Deutschen, Engländer oder
Franzosen anzutreffen. Ich hoffe darauf, nur menschliche Seelen
vorzufinden, Brüder und Schwestern, keine Rassen, Hautfarben
oder Glaubensrichtungen.
Dann, so hoffe ich, werde ich meinen Frieden mit der Intoleranz
gemacht haben.

Vor zwanzig Jahren gab es eine große Bildungseinrichtung, die tausenden
von Studenten und Studentinnen wertvolle Dienste leistete. Die beiden Inhaber
heirateten jeweils schöne und talentierte junge Damen, die beide gute
Klavierspielerinnen waren. Die beiden Ehefrauen gerieten in einen Streit darüber,
wer die bessere Spielerin sei. In diesen Streit mischten sich auch die Ehemänner
ein. Sie wurden zu erbitterten Feinden. Die einst gutgehende Schule
ist nunmehr Geschichte.

In einem großen Industriebetrieb gerieten zwei junge Vorarbeiter aneinander.
Der Grund war die Beförderung des einen, was ihm der andere nicht
vergönnte. Mehr als fünf Jahre war das Arbeitsverhältnis gespannt. Die den
Vorarbeitern unterstellten Arbeiter wurden von diesem giftigen Klima angesteckt.
Nach und lang begann sich der Giftschlamm der Vergeltung über den
gesamten Betrieb auszubreiten. Die Männer splitteten sich in kleine Cliquen
auf. Die Produktivität lies nach. Dann kamen finanzielle Schwierigkeiten und
schließlich der Konkurs des Unternehmens.

Auch dieser Betrieb ist nunmehr Geschichte. Tausende verloren ihren Arbeitsplatz.

In den Bergen von West Virginia lebten zwei Familien friedlich neben einander
– die Hatfields und die McCoys. Seit drei Generation leben sie nachbarschaftlich
Seite an Seite. Eines Tages schlüpfte ein Schwein, das der McCoy-Familie
gehörte, unter dem Zaun hindurch und durchpflügte das Getreidefeld der
Hatfields. Die Hatflieds hetzten ihren Hund auf das Schwein. Das veranlasste
die McCoys den Hund zu erschießen. Und so begann eine Fehde, die drei Generationen
lang anhielt.

In einem vornehmen Vorort von Philadelphia ließen sich einige wohlhabende
Herren ihre Häuser errichten. Vor jedem Haus steht auf einem unsichtbaren
Schild das Wort „Intoleranz“ geschrieben. Ein Mann zieht einen hohen Stahlzaun
um sein Anwesen. Der nächste lässt sich nicht lumpen und baut seinen
Zaun doppelt so hoch. Ein anderer kauft sich einen neuen Wagen. Das veranlasst
wieder einen anderen, sich gleich zwei neue Wagen anzuschaffen. Einer
baut eine Veranda im Kolonialstil an. Sein Nachbar baut sich ebenfalls eine
Veranda an und dazu eine Garage im spanischen Baustil. Das große herrschaftliche
Haus auf dem Hügel gibt einen Empfang, was eine lange Reihe von
Automobilen herbeibringt, deren Besitzer mit dem Gastgeber nichts gemein
haben. Daraufhin gibt es auch in den Straßen weiter unten „Empfänge“, wobei
jeder den anderen zu übertrumpfen versucht.

Der „Mister“ (der in dieser vornehmen Gegend jedoch anders genannt wird)
lässt sich im Rücksitz seines Rolls Royce sitzend zur Arbeit fahren. Er hat einen
Chauffeur und einen Portier beschäftigt. Warum geht er zur Arbeit? Um
Geld zu verdienen natürlich! Warum will er noch mehr, wenn er doch schon
Millionen hat? Damit er es seinen Nachbarn zeigen kann.

Armut hat also doch einige Vorteile. Sie treibt die von ihr Gebeutelten immerhin
nicht dazu, den Nachbarn an Armut überbieten zu wollen.

Wenn Männer miteinander verfeindet sind, ist dies meist auf eine von drei

Intoleranzursachen zurück zu führen:

religiöse Meinungsunterschiede
wirtschaftlicher Wettbewerb oder
sexueller Wettstreit.

Wenn Sie das nächste Mal zwei Männer sehen, die sich feindlich gegenüber
stehen, schließen Sie doch einen Augenblick lang Ihre Augen und denken nach.
Vielleicht erinnern Sie sie an zwei kämpfende Böcke – und bei dem Kampf geht
es um Geld, etwas Religiöses oder eine (oder auch mehrere) Frauen.

In diesem Aufsatz geht es um die Wahrheit über die menschliche Natur; er
soll Sie zum Denken bringen. Der Verfasser sucht damit weder Ruhm noch
Ehre und wahrscheinlich wird auch weder das eine noch das andere auf ihn
zukommen.

Andrew Carnegie und Henry C. Frick taten mehr als jedes andere Zwei-Mann-
Team, um die Stahlindustrie anzukurbeln. Beide wurden sie Millionäre. Und
dann kam der Tag, an dem sich die Intoleranz zwischen sie zwängte.

Um seine Verachtung für Frick zu zeigen, baute Carnegie einen hohen Wolkenkratzer
und nannte ihn „Carnegie-Gebäude“. Frick konterte, indem er
gleich daneben einen noch höheren Wolkenkratzer bauen ließ, das „Frick-Gebäude“.

Die beiden Männer vernarrten sich so in diesen unsinnigen Kampf, dass Carnegie
den Verstand verlor und vielleicht noch mehr. Was Frick verlor, ist nur
ihm selbst und dem Herrscher des Universums bekannt.

Heute gehen die Stahlfürsten die Dinge anders an. Statt sich gegenseitig zu
bekämpfen, bringen sie alles unter ein gemeinsames Dach. Das Ergebnis ist,
dass jeder stärker daraus hervorgeht und die gesamte Branche gefestigt
wird. Die heutigen Stahlmagnaten verstehen den Unterschied zwischen Konkurrenz
und Kooperation. Sie tun gut daran, diesen Unterschied ebenfalls zu
verstehen.

In England gab es Unstimmigkeiten zwischen den Besitzern von Minen und
den Gewerkschaften. Hätten dem nicht kühlere Köpfe Einhalt geboten, wäre
das britische Empire bald zum Einstürzen verurteilt gewesen. Ein Jahr der
offenen Schlacht zwischen Gewerkschaften und Minenbesitzern hätte das
ganze britische Reich vernichtet.
Dies soll auch den anderen Nationen eine Lehre sein.

Fünfzehn Faktoren sind es, die für den Erfolg nötig sind. Einer davon ist Toleranz.
Die übrigen vierzehn werden in dieser Kursreihe mehrfach erwähnt.

Intoleranz fesselt den Menschen an die Ignoranz und verbindet seine Augen
mit Angst und Aberglaube. Intoleranz schließt das Buch des Wissens und
schreibt auf die Vorderseite: „Nicht mehr öffnen. Alles steht bereits geschrieben“

Tolerant zu sein, ist nicht Ihre Pflicht – es ist Ihr Vorrecht!

Es gibt Leute, deren einziges Anliegen darin besteht, den Samen der Intoleranz
auzusäen. Alle Kriege und alle Streiks bringen einigen wenigen auch
wieder Vorteile. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Kriege, Streiks noch
anderen Auseinandersetzungen dieser Art.

In den Vereinigten Staaten gibt es heute eine gut geölte Propagandamaschinerie,
deren Zweck es ist, zwischen den Besitzern von Betrieben und denen,
die darin im Abhängigkeitsverhältnis beschäftigt sind, Aufruhr zu schüren und
Feindschaft zu erzeugen.

Führen Sie sich nochmals vor Augen, was denen geschieht, die dieses Spiel
zu weit treiben. Sie sind rasch Geschichte.

Überlegen Sie sich gut, wenn Sie im Begriff sind, mit jemanden eine Feindschaft
aufzunehmen. Ein herzlicher Handschlag vermindert die Wahrscheinlichkeit,
dass auch Sie bald Geschichte sind.

Die Liebe ist die einzige Zierschleife an der dunklen Wolke des Lebens.
Sie ist der Morgen- und der Abendstern. Sie scheint auf die
Wiege des Kleinkindes und auf das stille Grab. Sie ist die Mutter
der Künste, die Inspiration der Dichter und Philosophen. Sie ist
die Luft und das Licht eines jeden Herzens. Die Liebe ist eine Zauberin
und Verzauberin, sie macht aus gewöhnlichen Sterblichen
Könige und Königinnen.

Robert Green Ingersoll

Pflegen Sie die Nächstenliebe und Ihr Drang nach Feindschaft wird sich in
Luft auflösen!

Niemand hat Ihnen
eine Chance gegeben?
Ist Ihnen schon einmal
die Idee gekommen,
dass Sie selbst eine
ergreifen könnten?

Ende Teil 4, Fortsetzung mit Teil 5

Ein Gedanke zu “Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 4/10

  1. Interesting blog! Is your theme custom made or did you download it from somewhere?
    A design like yours with a few simple tweeks would really make my
    blog shine. Please let me know where you got your design.
    Many thanks

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.