Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 4/2

Erfolgsgesetze von Napoleon Hill – Teil 4/2

In nicht mal einem Jahr hatte die Wirtschaftsschule knapp über $ 25.000,- für
Werbe-, Marketing- und weitere Betriebskosten für diesen neu geschaffenen
Fachbereich ausgegeben, während dieser Bereich an Unterrichtsgebühren
etwa genauso viel an die Schule abgeführt hatte, wie diese ausgegeben hatte.
Ich übernahm diesen Bereich deshalb gemäß den Vertragsbedingungen als
meine eigene Fachrichtung.
Dieser neue Fachbereich trug nicht nur dazu bei, Studenten für die übrigen
Fachrichtungen der Schule anzuziehen, sondern die in diesem neuen Bereich
eingenommenen Studiengebühren waren ausreichend, so dass er sich bereits
nach Ablauf des ersten Jahres selbst tragen konnte.
Zwar hatte mir die Wirtschaftsschule nicht einen einzigen Cent geliehen, sie
gab mir aber einen Kredit, der auf daselbe hinauslief.
Ich sagte bereits, dass mein Plan auf einem gleichen Nutzen für alle beruhte.
Für mich belief sich der Nutzen auf die Verwendung von $ 25.000,–, die nach
Ablauf des ersten Jahres zu einem eigenständigen Geschäftsbetrieb führten.
Der Vorteil für die Schule bestand in den neu gewonnenen Studentinnen und
Studenten, die aufgrund der Werbeausgaben für meinen Fachbereich von
dieser Schule hörten, da die Werbung ausschließlich unter dem Namen der
Schule lief.
Heute ist diese Wirtschaftsschule eine der erfolgreichsten ihrer Art und belegt
einmal mehr den Wert und Nutzen eines organisierten Krafteinsatzes.
Diese Begebenheit wurde nicht nur angeführt, weil sie den Wert von Eigeninitiative
und Führungsqualitäten aufzeigt, sondern auch, weil sie das in der
nächsten Lektion behandelte Prinzip, die Vorstellungskraft, beleuchtet.
In der Regel gibt es viele Pläne, über welche ein Ziel erreicht werden kann,
wobei die sich einem aufdrängenden Methoden nicht immer die besten sind.
Die offensichtlichste Methode wäre in dem geschilderten Fall gewesen, das
benötigte Geld bei einer Bank aufzunehmen. Aufgrund der fehlenden Sicherheiten
wäre dieser Weg jedoch nicht gangbar gewesen.
Ein großer Philosoph sagte einst: „Eigeninitiative ist der Zentralschlüssel, der das
Tor zu Gelegenheiten aufschließt“.
Ich weiß nicht mehr, wem wir diesen Ausspruch zu verdanken haben, aber ich
weiß, dass es ein großer Mann war. Die Weisheit seiner Aussage bringt es
klar und deutlich zum Ausdruck.
Widmen wir uns nun der genauen Vorgehensweise, welche Sie beachten
müssen, um ein Mensch mit Eigeninitiative und Führungsqualitäten zu werden:
Erstens: Sie müssen die Gewohnheit des Aufschiebens bezwungen haben
und sie völlig aus Ihrem Leben verbannen. Die Gewohnheit, Dinge, die bereits
letzte Woche oder noch früher erledigt hätten werden müssen, erneut bis
morgen aufzuschieben, zehrt an Ihrer Vitalität. Solange Sie diese Gewohnheit
nicht ablegen, können Sie nichts erreichen!

Die Methode, über die Sie diese Gewohnheit ablegen, beruht auf einem wohlbekannten
und wissenschaftlich getesten psychologischen Prinzip, das in den
beiden vorher gehenden Kurseinheiten als „Autosuggestion“ bezeichnet wurde.
Kopieren Sie die folgende Formel und hängen Sie sie an einer Stelle auf, wo

Sie sie gleich nach dem Aufstehen und vor dem Zu-Bett-Gehen sehen:

Eigeninitiative und Führungsqualitäten


Ich habe ein zentrales Lebensziel und verstehe, dass es meine Pflicht
ist, dieses Ziel zu verwirklichen.
Deshalb gewöhne ich mir an, jeden Tag praktische Schritte zu ergreifen,
die mich einen Schritt näher an dieses zentrale Ziel heranführen.
Ich weiß, dass ich mir mit Aufschieben in jedem Bereich nur selbst im
Wege stehe und werde diese erfolgshinderliche Gewohnheit deshalb
wie folgt ablegen:
a)
Indem ich jeden Tag etwas tue, das getan werden muss, ohne
dass man es mir auftragen müsste;
b)
indem ich jeden Tag nach mindestens einer Sache suche, die ich
bisher nicht getan habe, und die anderen zugute kommt.
Diese Sache erledige ich unentgeltlich;
c)
indem ich jeden Tag mindestens einer Person vermittle, welchen
hohen Stellenwert es hat, etwas, das getan werden muss, von
sich aus zu tun.
Ich kann sehen, dass die Muskeln meines Körpers umso stärker werden
je mehr sie beansprucht werden; deshalb verstehe ich auch, dass
die Gewohnheit der Eigeninitiative ebenfalls in dem Maße zunimmt, in
dem sie eingeübt wird.
Ich weiß, dass ich die Gewohnheit der Eigeninitiative am besten in kleinen
und alltäglichen Dingen im Zusammenhang mit meiner Arbeit einübe,
deshalb mache ich mich jeden Tag so an die Arbeit, als ob es nur
darum ginge, die Gewohnheit der Eigeninitiative einzuüben.
Ich verstehe, dass ich mir durch die Einübung der Gewohnheit der Eigeninitiative
bei meiner Arbeit nicht nur diese Gewohnheit aneigne,
sondern auch die Aufmerksamkeit anderer auf mich lenke, die meine
Dienste aufgrund dieser Gewohnheit umso mehr schätzen.

Gezeichnet ………………………………………………………….

Unabhängig davon, was Sie jetzt gerade tun, bringt jeder Tag doch eine neue
Chance, außerhalb Ihrer üblichen Aufgaben einen Nutzen zu erbringen, der
anderen zugute kommt. Einen solchen Zusatznutzen bringen Sie selbstverständlich
ohne Anspruch auf Gegenleistung. Sie erbringen ihn, weil er Ihnen
die Möglichkeit bietet, Ihre Eigeninitiative besser zu entwickeln, da Sie diese Eigenschaft
benötigen, um in Ihrem speziellen Bereich eine außergewöhnliche
Position einnehmen zu können.
Leute, die nur für Geld arbeiten und solche, die für ihre Arbeit nur Geld erhalten,
sind immer unterbezahlt, egal, wie viel sie verdienen. Geld ist notwendig,
aber die großen Preise im Leben lassen sich nicht in Dollar und Cent messen.
Kein noch so großer Betrag kann dem Glücksgefühl, der Freude und dem
Stolz gleichkommen, den der Mensch empfindet, der einen besseren Graben
aushebt, der eine bessere Geflügelfarm aufbaut, der einen gepflegteren
Rasen schneidet oder ein besseres Mahl kocht. Jeder normale Mensch hat
Freude daran, etwas Besseres zu schaffen als das, was gang und gäbe ist.
Die Schaffensfreude lässt sich weder mit Geld noch mit einer anderen Form
der materiellen Vergütung aufwiegen.
Eine meiner Angestellten ist eine junge Dame, die meine Eingangspost öffnet,
vorsortiert und teilweise auch beantwortet. Sie fing vor etwa drei Jahren bei
mir an. Damals bestand ihr Aufgabenbereich darin, Diktate aufzunehmen.
Ihr Gehalt war in etwa vergleichbar mit dem, das andere Personen erhalten,
die ähnliche Leistungen erbringen. Eines Tages diktierte ich ihr das folgende
Motto, das sie für mich zu Papier bringen sollte:

Ihre einzige Begrenzung
legen Sie mit Ihrem Denken selber fest!

Als sie mir den getippten Satz wieder vorlegte, sagte sie mir: „Ihr Leitsatz hat
mir eine Idee gegeben, die Ihnen und mir von großem Wert sein könnte“.
Ich sagte iihr, dass ich mich freue, ihr behilflich gewesen zu sein. Ihre Bemerkung
hinterließ auf mich jedoch keinen tieferen Eindruck, aber von diesem
Tage an konnte ich sehen, dass sie sich auf diese Dame sehrwohl nachhaltig
ausgewirkt hatte. Sie fing an, nach dem Abendessen wieder ins Büro zu
kommen und erledigte Dinge, für die nicht bezahlt wurde. Niemand erwartete
diese Arbeiten von ihr. Von sich aus begann sie, mir Briefe an den Schreibtisch
zu bringen, die sie selbst beantwortet hatte. Sie hatte meinen Schreibstil
studiert und diese Briefe waren so gut formuliert, dass ich es nicht besser
hätte machen können. In manchen Fällen formulierte sie sogar besser. Diese
Gewohnheit behielt sie solange bei, bis meine persönliche Assistentin in den
Ruhestand ging. Als ich eine Nachfolgerin suchte, lag es nahe, diese junge
Dame für diese Position zu erwägen. Aber bereits vorher ergriff sie wieder
die Eigeninitiative. Meine persönliche Post gelangte fortan durch eine neue
Sekretärin zu mir, diese Sekretärin war nun sie. In ihrer Freizeit hatte sie sich
unentgeltlich für diese Position vorbereitet.
Doch damit nicht genug. Diese junge Dame wurde so tüchtig, dass sie die
Aufmerksamkeit anderer auf sich zog, die ihr interessante Positionen anboten.
Ich habe ihr Gehalt mehrmals erhöht und sie erhält nun das vierfache
ihres Einstellungsgehalts als Stenotypistin. Sie ist mir eine unentbehrliche Hilfe
geworden, eine unverzichtbare Stütze!

Fortsetzung folgt!